Die Pariser Justiz hat im berühmten Louvre Museum einen mutmaßlichen Millionenbetrug mit Eintrittskarten aufgedeckt. Neun Personen wurden festgenommen, darunter Touristenführer, zwei Louvre-Mitarbeiter und der mutmaßliche Kopf des Netzwerks. Im Zuge der Ermittlungen beschlagnahmten die Behörden bereits über 1,4 Millionen Euro. Dieser Vorfall schürt erneut Diskussionen über Sicherheitslücken in Frankreichs renommiertesten Kulturinstitutionen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Festnahmen und die Sicherstellung großer Bargeldsummen bei Razzien, was auf die Ernsthaftigkeit der Angelegenheit hindeutet.
Der Betrug soll sich laut Angaben der Ermittler über mehr als ein Jahrzehnt erstreckt haben, was den enormen finanziellen Schaden von über zehn Millionen Euro erklärt, den der Louvre selbst beziffert. Die Verdächtigen sollen die illegal erworbenen Einnahmen teils in Immobilien in Frankreich und in der luxuriösen Metropole Dubai investiert haben, was auf eine organisierte und langfristige kriminelle Tätigkeit schließen lässt. Auch das Schloss von Versailles geriet in den Fokus der Ermittler wegen ähnlicher Verdachtsmomente bezüglich Ticketbetrugs, was auf ein potenziell größeres Problem im französischen Kultursektor hindeutet.
Das Betrugsnetzwerk nutzte eine raffinierte Masche: Bei Gruppenführungen wurde die zulässige Höchstzahl an Personen systematisch überschritten. Für die zusätzlichen Teilnehmer wurden dann überhöhte Preise verlangt, die außerhalb des offiziellen Ticketverkaufs direkt in die Taschen der Betrüger flossen. Darüber hinaus wurden mutmaßlich Tickets mehrfach verwendet oder gefälschte Eintrittskarten verkauft. Besonders brisant ist der Vorwurf, dass Museumsmitarbeiter bestochen wurden, um diese illegalen Gruppen nicht zu kontrollieren. Der Louvre selbst schlug Ende 2023 Alarm, als er ein Betrugsnetzwerk vermutete, und leitete damit die umfassenden Ermittlungen ein.
Die mutmaßlichen Betrüger wurden über einen längeren Zeitraum hinweg überwacht und abgehört, bevor die Festnahmen am Dienstag erfolgten. Am Freitag sollen die Verdächtigen einem Haftrichter vorgeführt werden. Als Reaktion auf den Skandal hat das Museum einen umfassenden Plan zur Betrugsbekämpfung initiiert, der strengere Kontrollen und verbesserte technische Maßnahmen vorsieht, wie eine Louvre-Sprecherin der dpa mitteilte. Dieser Fall reiht sich in eine Reihe von Vorfällen am Louvre ein, darunter ein spektakulärer Einbruch im Oktober, bei dem Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen wurden, und die Schließung einer Galerie im November wegen technischer Schäden, was die Herausforderungen für die Sicherheit des Museums unterstreicht.
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