Das US-Handelsdefizit ist im Jahr 2025 trotz der von US-Präsident Donald Trump verhängten hohen Strafzölle gegen zahlreiche Länder kaum geschrumpft. Laut Handelsministerium übertrafen Importe von Waren und Dienstleistungen die Exporte um rund 901,5 Milliarden Dollar. Dies stellt nur eine geringfügige Reduzierung von etwa zwei Milliarden Dollar im Vergleich zu 2024 dar. Die Protektionismus-Strategie Trumps, die auf eine deutliche Senkung des Defizits abzielte, scheint die gewünschten Effekte bisher nicht erzielt zu haben. Dies wirft Fragen über die tatsächliche Wirksamkeit solcher Maßnahmen im globalen Handel auf und beleuchtet die anhaltenden Herausforderungen für die US-Wirtschaft.
Nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 führte Präsident Trump zahlreiche Strafzölle ein, unter anderem gegen Exportweltmeister China und die Europäische Union. Für fast alle EU-Waren müssen seit August Zölle von 15 Prozent gezahlt werden, ein Vielfaches des früheren Durchschnittswertes. Trump begründete seine Politik wiederholt damit, dass sein Land ausgenutzt werde und Protektionismus notwendig sei, um die amerikanische Wirtschaft zu schützen. Diese aggressive Handelspolitik soll die Handelsbilanz zugunsten der USA verschieben und heimische Arbeitsplätze sichern, löste jedoch international Kritik und Spannungen aus.
Studien widerlegen Trumps Behauptung, ausländische Staaten würden die Zölle tragen. Eine Untersuchung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) ergab, dass amerikanische Importeure und Verbraucher 96 Prozent der Last tragen. IfW-Forschungsdirektor Julian Hinz bezeichnete die Zölle als „Eigentor“, da sie die US-Wirtschaft belasten, anstatt die Handelspartner zu bestrafen. Die Daten zeigen demnach deutlich, dass die amerikanischen Konsumenten die erhöhten Preise zahlen und die Rechnung für die Zollpolitik begleichen. Die Kosten werden somit nicht von externen Akteuren, sondern primär von der heimischen Bevölkerung getragen.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Studie der New York Federal Reserve, die von Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett scharf kritisiert wurde. Hassett nannte das Papier eine „Schande“ und das schlechteste seiner Art, das er je gesehen habe, und forderte Disziplinarmaßnahmen. Diese Kontroverse unterstreicht die politischen Spannungen um die Bewertung der Zollpolitik. Im Dezember nahm das US-Handelsdefizit zudem deutlich zu, erhöhte sich um fast ein Drittel auf über 70 Milliarden Dollar, bedingt durch sinkende Exporte und gleichzeitig steigende Importe. Diese Entwicklung verstärkt die Zweifel an der Effizienz der aktuellen Zollstrategie.

