Annette Dittert, Großbritannien-Expertin, bezeichnet die aktuelle Situation um Prinz Andrew als ‘die größte Krise der britischen Monarchie in ihrer jüngeren Geschichte’. Ein Schock ereilte das Vereinigte Königreich, als der ehemalige Prinz Andrew vom royalen Anwesen in Norfolk abgeführt und nach einem zwölfstündigen Verhör wieder freigelassen wurde. Der schwerwiegende Vorwurf: Amtsmissbrauch, dessen Belege sich mutmaßlich in den berüchtigten Epstein-Akten finden sollen. Dieses Erdbeben erschüttert nicht nur den Palast, sondern ganz Großbritannien und wirft drängende Fragen nach der Zukunft des Königshauses auf. Die Öffentlichkeit verfolgt die Entwicklungen mit angehaltenem Atem, während die traditionellen Pfeiler der Monarchie zu wanken scheinen.
Die Frage, wieso die Verhaftung genau jetzt erfolgte, beantwortet Annette Dittert mit dem immensen öffentlichen Druck und der Übergabe relevanter Dokumente an die Polizei. ‘Die britische Polizei hatte einfach keine Wahl mehr’, erklärt Dittert. Der öffentliche Druck sei über die letzten Tage ‘massiv gestiegen’. Entscheidend war auch, dass prominente Politiker wie der ehemalige Premierminister Gordon Brown der Polizei Unterlagen aus den Epstein-Files zukommen ließen. Diese Dokumente, so Dittert, hätten die Polizei nochmals ‘darauf hingewiesen, dass das als Belege für strafbares Verhalten, für Amtsmissbrauch ist.’ Die Beweislage und der äußere Druck machten ein Ignorieren der Vorwürfe unmöglich, was zur sofortigen Einleitung von Ermittlungen führte.
Der Skandal hat laut Dittert ‘wirklich das Potenzial, den Ruf und das legitime Fundament, auf dem die britische Monarchie steht, wirklich massiv zu beschädigen.’ Eine zentrale Rolle spielen dabei die offenen Fragen bezüglich des Wissensstandes anderer Royals: ‘Was hat Charles gewusst? Was haben die anderen Mitglieder der Royal Family gewusst?’ Und wer trug die Kosten für den Vergleich mit Virginia Giuffre? Giuffre hatte Prinz Andrew vorgeworfen, sie als Minderjährige dreimal vergewaltigt zu haben. Dieser Fall gelangte nie vor Gericht, da eine außergerichtliche Einigung erzielt wurde. Ziel dieser Vereinbarung war es, den von Giuffre angestrebten Wahrheitsfindungsprozess zu unterbinden und eine öffentliche Verhandlung zu vermeiden, was bis heute Schatten auf die Glaubwürdigkeit des Palastes wirft.
Die Zukunft der Ermittlungen bleibt ungewiss, insbesondere da Virginia Giuffre letztes Jahr tragischerweise verstarb und somit keine direkten neuen Klägerinnen gegen Andrew vorliegen. Dies ist der Grund, weshalb die Polizei bisher lediglich wegen Amtsmissbrauchs ermitteln konnte. Doch Dittert betont, dass die neuen Epstein-Files ein ‘Fass ohne Boden’ sind und sich daraus ‘noch andere Belege ergeben’ könnten, die auch weitere Straftatbestände belegen könnten. ‘Das ist alles im Moment völlig offen’, so die Expertin. Palastmitglieder, allen voran König Charles und Prinz William, blicken den ‘nächsten Wochen und Monaten’ mit einem ‘extrem unguten Gefühl’ entgegen, da die Veröffentlichung weiterer Informationen die Monarchie weiter destabilisieren könnte. Der Skandal um Prinz Andrew ist längst noch nicht abgeschlossen und könnte noch weitreichende Konsequenzen haben.

