Die Generalstaatsanwaltschaft Mexikos hat den Leichnam des berüchtigten Drogenbosses Nemesio Rubén Oseguera Cervantes, besser bekannt als «El Mencho», an seine Familie übergeben. Nach Angaben der Behörde wurden umfassende genetische Tests durchgeführt, um die Identität der sterblichen Überreste zweifelsfrei zu bestätigen und die Zuordnung zu den Angehörigen sicherzustellen. Angaben zum genauen Ort der Übergabe wurden aus Sicherheitsgründen oder im Zuge der laufenden Ermittlungen nicht gemacht. Die Meldung beendet Spekulationen über das Verbleiben des Körpers des mächtigen Kartellführers und markiert ein bedeutendes Ereignis in Mexikos anhaltendem Kampf gegen die organisierte Kriminalität.
Der 59-jährige «El Mencho» stand an der Spitze des Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG), das als das mächtigste und brutalste Drogenkartell Lateinamerikas gilt. Sein Tod ereignete sich am vergangenen Sonntag, nachdem er bei intensiven Kämpfen während eines Militäreinsatzes, der auf seine Festnahme abzielte, schwer verletzt worden war. Die Leiche des Drogenbosses wurde umgehend in einem Militärflugzeug vom westlichen Bundesstaat Jalisco, einer Hochburg des CJNG, in die Hauptstadt Mexiko-Stadt überführt. Die Umstände seines Todes und die schnelle Übergabe des Leichnams an die Familie werfen weiterhin Fragen auf, unterstreichen jedoch die Entschlossenheit der mexikanischen Sicherheitskräfte.
Seit dem Bekanntwerden seines Todes wurde in weiten Teilen Mexikos intensiv darüber spekuliert, wer den Leichnam von «El Mencho» abholen würde. Diese Ungewissheit war vor allem der Tatsache geschuldet, dass zahlreiche Angehörige des Drogenbosses selbst tief in das Drogengeschäft und die Machenschaften des Kartells verwickelt sind. Seine Frau, Rosalinda González Valencia, wurde erst vor einem Jahr aus der Haft entlassen, nachdem sie rund drei Jahre wegen Geldwäsche hinter Gittern verbracht hatte. Sein ältester Sohn, Rubén Oseguera González, auch bekannt als «El Menchito», verbüßt derzeit eine lebenslange Freiheitsstrafe in den Vereinigten Staaten von Amerika. Neben seiner Frau und seinem inhaftierten Sohn hinterlässt Oseguera zudem zwei Töchter und mehrere Geschwister, deren mögliche Beteiligung an den kriminellen Aktivitäten ebenfalls immer wieder Gegenstand von Ermittlungen ist.
Die Nachricht vom Tod des CJNG-Anführers löste umgehend heftige Vergeltungsaktionen des Kartells in weiten Teilen Mexikos aus. Die brutalen Reaktionen des CJNG führten zu Dutzenden von Todesopfern und einer massiven Eskalation der Gewalt. Ausländische Touristinnen und Touristen saßen zeitweise in ihren Hotels fest, da Straßen blockiert und Sicherheitsmaßnahmen massiv verstärkt wurden. Diese Ereignisse zeugen von der weitreichenden Macht und dem Einfluss des Kartells, selbst nach dem Verlust seines Anführers. Der Aufstieg von «El Mencho» zu Mexikos brutalstem Drogenboss und die Auswirkungen seines Todes werden die Sicherheitslage im Land noch lange prägen.
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