Rund 1600 Exiliraner versammelten sich am Samstagmittag vor der US-Botschaft in Berlin-Mitte, um ihre Unterstützung für die jüngsten Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran auszudrücken. Die Stimmung war eine “Achterbahnfahrt der Gefühle”, geprägt von tiefer Hoffnung auf einen Regimewechsel. Zahlreiche Teilnehmer gaben Dankesrufe von sich und feierten die Intervention als potenziellen Weg zur Freiheit für ihr Heimatland. Die Demonstranten machten deutlich, dass sie die Angriffe nicht als Attacke auf ihr Land, sondern als notwendigen Schritt zur Befreiung vom aktuellen Regime betrachteten. Diese unerwartete Reaktion unterstreicht die tiefe Zerrissenheit und das Leid, das viele Exiliraner aufgrund der politischen Lage im Iran empfinden.
Eine Demonstrantin äußerte ihre Freude und betonte, dass, obwohl niemand einen Krieg wolle, eine “Intervention von außen” die einzige Möglichkeit sei, damit das iranische Volk jemals Freiheit erleben könne. Ein anderer Teilnehmer hob hervor, dass über 80 Prozent der Menschen sich über die Aussicht auf eine Befreiung freuen würden, anstatt die Angriffe als Bedrohung zu sehen. Diese Perspektive, dass nur ein externer Druck das bestehende Regime stürzen kann, war ein zentrales Motiv der Versammlungen. Die Demonstrationen, die friedlich, aber ausgelassen verliefen, spiegelten eine kollektive Sehnsucht nach einem Ende der jahrzehntelangen Unterdrückung wider, von der sie hoffen, dass sie durch die aktuellen Ereignisse beschleunigt wird.
Nicht nur in Berlin, sondern auch in München, Frankfurt und Hamburg gingen mehrere tausend Menschen auf die Straßen, um gegen die iranische Regierung zu protestieren und ihre Unterstützung für die Militärschläge auszudrücken. Danial Ilkhanipour, ein SPD-Abgeordneter, beschrieb die Situation als eine emotionale Extremsituation, in der Hoffnung und Sorge eng beieinander lagen. “Wir waren noch nie so nah an der Freiheit, 47 Jahre Unterdrückung durch dieses Regime,” sagte er und berichtete von Menschen, die vor Weinen zusammenbrachen. Trotz der großen Hoffnung auf einen Regimewechsel waren sich die Teilnehmer auch der Risiken bewusst, da viele Verwandte im Iran haben. Dennoch überwog die Sehnsucht nach einem Leben in Freiheit.
Die Angriffe hatten am Samstagmorgen begonnen, als die USA gemeinsam mit Israel laut US-Präsident Trump eine “große Kampfoperation” gegen den Iran starteten. Iran reagierte umgehend mit Gegenangriffen auf Israel und US-Stützpunkte in der Golfregion, darunter in Bahrain und Kuwait. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich zu den Entwicklungen und rief Teheran “nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unseren anderen Partner in der Region einzustellen” sowie “die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung zu beenden”. Merz betonte zudem, dass Deutschland nicht an den Angriffen auf den Iran beteiligt gewesen sei, womit er die Position der Bundesregierung in diesem komplexen internationalen Konflikt klarstellte.

