Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Berichten staatlicher Medien zufolge 50 neuartige Mehrfachraketenwerfer in Pjöngjang inspiziert. Diese Systeme, die für den Abschuss von 600-Millimeter-Geschossen konzipiert sind, gelten als potenziell atomar bestückbar – eine Umschreibung, die Experten für den Einsatz von Atomwaffen verwenden. Kim Jong Un bezeichnete die “wunderbaren” Raketenwerfer als weltweit einzigartig und hob hervor, dass sie mit künstlicher Intelligenz ausgestattet seien. Er betonte, die Systeme seien für einen “Spezialangriff” beziehungsweise zur Erfüllung einer “strategischen Mission” geeignet. Dies unterstreicht Nordkoreas anhaltendes Engagement für die militärische Modernisierung und die Entwicklung von Waffen, die eine strategische Abschreckungsfunktion erfüllen sollen. Die Fähigkeiten, die diesen Systemen zugeschrieben werden, könnten die regionale Sicherheitslage weiter destabilisieren.
Die feierliche Präsentation der Raketenwerfer fand vor dem Kulturhaus “25. April” in Pjöngjang statt, einem symbolträchtigen Ort, der bereits Schauplatz von Parteitagen war. Fotos, die von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlicht wurden, zeigen einen einzelnen Raketenwerfer prominent vor der Treppe des Gebäudes, während 49 weitere auf dem großen Platz davor aufgestellt sind. Kim Jong Un versicherte laut KCNA, dass das hochentwickelte Waffensystem ausschließlich der “Abschreckung” dienen solle, ohne explizit die genannten “Feinde” zu benennen. Südkorea gilt jedoch als der erklärte Erzfeind des isolierten Landes, was die angespannte Beziehung auf der koreanischen Halbinsel weiter verdeutlicht.
Im Rahmen dieser Inspektion kündigte Kim Jong Un an, dass auf dem bevorstehenden Parteitag neue militärische Ziele festgelegt würden, die die nächste Phase der eigenständigen Verteidigung des Landes einleiten sollen. Er betonte die Beschleunigung des Projekts zur ständigen Erneuerung der militärischen Fähigkeiten Nordkoreas, um externen Bedrohungen und Herausforderungen wirksam begegnen zu können. Südkoreanische Beobachter erwarten, dass der neunte Parteitag bereits in dieser Woche, möglicherweise am Donnerstag oder Freitag, beginnen könnte, um diese neuen strategischen Richtlinien zu verabschieden und einen Fahrplan für die weitere Stärkung der Militärmacht Nordkoreas vorzulegen.
Nordkorea verfügt nach Einschätzung von Experten über Dutzende Atomsprengköpfe und hat wiederholt erklärt, diese trotz internationaler Sanktionen behalten zu wollen. Pjöngjang führte seinen ersten Atomtest im Jahr 2006 durch. Das Regime argumentiert, dass Atomwaffen zur Abschreckung gegen eine angebliche militärische Bedrohung durch Südkorea und dessen Verbündeten, die Vereinigten Staaten, notwendig seien. Nord- und Südkorea befinden sich formell weiterhin im Kriegszustand, auch mehr als sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Koreakriegs im Jahr 1953, wobei Zehntausende US-Soldaten zum Schutz Südkoreas dort stationiert sind. Diese anhaltende militärische Präsenz und die Entwicklung neuer Waffensysteme durch Nordkorea verschärfen die Spannungen in der Region und stellen eine ständige Herausforderung für die internationale Gemeinschaft dar, die auf Deeskalation drängt.
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