Der VfL Wolfsburg hat am vergangenen Wochenende eine herbe 0:4-Niederlage beim VfB Stuttgart einstecken müssen und gerät damit immer tiefer in den Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga. Nach einer chancenlosen Vorstellung rutschten die Niedersachsen aufgrund der Siege von Werder Bremen und dem FC St. Pauli auf den kritischen 17. Tabellenplatz ab. Die Sorgen um den Verbleib in der ersten Liga wachsen stetig, und die Luft im Tabellenkeller wird für den Werksclub zusehends dünner. Die Mannschaft präsentierte sich über weite Strecken lethargisch und ohne die nötige Durchschlagskraft, um dem dominanten VfB Paroli zu bieten. Dieser Rückschlag erhöht den Druck auf das Team enorm, da der direkte Abstieg nun eine sehr reale Gefahr darstellt. Es bedarf einer dringenden Kurskorrektur, um die Saison nicht in einem Desaster enden zu lassen.
Der VfB Stuttgart hingegen setzt seinen beeindruckenden Lauf fort und festigt seine Champions-League-Ambitionen. Mit Treffern von Deniz Undav (21. Minute), einem Doppelpack von Jamie Leweling (30., 42. Minute) und Nikolas Nartey (90.+5 Minute) bleibt die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß auf dem vierten Platz. Durch die gleichzeitigen Niederlagen von Borussia Dortmund und der TSG Hoffenheim macht Stuttgart wertvollen Boden gut und ist nun punktgleich mit dem drittplatzierten Team. Die souveräne Leistung unterstreicht die Konstanz und die Qualität des Kaders, der sich als ernsthafter Anwärter auf die Königsklasse etabliert hat. Die Heimstärke des VfB bleibt ein entscheidender Faktor für ihren Erfolgskurs in dieser Spielzeit.
Die Stuttgarter hatten die Partie, insbesondere im ersten Durchgang, komplett im Griff und ließen nicht einen einzigen Schuss auf das Tor von Alexander Nübel zu. Die Offensive des VfB präsentierte sich hingegen regelmäßig gefährlich, insbesondere über die Flügel. Das 1:0 leitete Chris Führich über die linke Außenbahn ein, bevor Undav nach einem glücklichen Abpraller nur noch einschieben musste. Jamie Leweling brillierte mit einem Doppelpack: Zuerst traf er nach einem schnellen Konter über Undav und Führich zum 2:0, und legte kurz darauf per abgefälschtem Dropkick zum 3:0-Halbzeitstand nach. Mit nun sieben Toren und sechs Vorlagen spielt Leweling die beste Bundesliga-Saison seiner Karriere. Wolfsburgs Abwehrspieler Saël Kumbedi war auf seiner Seite immer wieder überfordert und konnte die Flügelangriffe kaum unterbinden.
Für den VfL Wolfsburg spitzt sich die Lage im Tabellenkeller dramatisch zu. Mit nur zwei Punkten Rückstand auf Werder Bremen auf dem Relegationsplatz 16 und nur noch dem 1. FC Heidenheim hinter sich auf dem letzten direkten Abstiegsplatz 18, ist der Druck immens. Die nächsten Partien werden entscheidend sein für den weiteren Saisonverlauf: Kommenden Samstag (15.30 Uhr) empfängt Wolfsburg zuhause den Hamburger SV zu einem richtungsweisenden Spiel, während Stuttgart zeitgleich in Mainz antritt. Die Niedersachsen müssen dringend punkten, um den drohenden Gang in die zweite Liga abzuwenden und die Saison nicht als eines der größten Misserfolge der Vereinsgeschichte abzuschließen.

