Werder Bremen hat nach einer quälenden Durststrecke von 13 sieglosen Spielen endlich wieder einen wichtigen Sieg in der Fußball-Bundesliga eingefahren. Im Existenzkampf gegen den 1. FC Heidenheim setzten sich die Grün-Weißen dramatisch mit 2:0 (0:0) durch und verschaffen sich damit vorerst Luft im Abstiegskampf. Das Weserstadion erlebte eine Achterbahn der Gefühle, die in der 90.+6 Minute in kollektiver Ekstase mündete, als ein abgefälschter Schuss von Justin Njinmah über Hennes Behrens ins Tor trudelte und den späten, erlösenden Endstand markierte. Dieser “Slapstick”-Treffer war sinnbildlich für den harten Kampf, in dem die Schönheit des Spiels zweitrangig war; Hauptsache, die Punkte waren gesichert, um dem drohenden Abstieg zu entgehen.
Unter dem neuen Trainer Daniel Thioune, dessen “Trainerwechseleffekt” zunächst ausgeblieben war, stand Werder massiv unter Druck. Die Krisenstimmung hatte sich zu einer “selbsterfüllenden Prophezeiung” entwickelt, und Thioune sprach vor dem Spiel davon, das Selbstwertgefühl der Mannschaft stärken und “noise cancelling” betreiben zu müssen. Ein klares Signal sendeten die Werder-Ultras, die dem Team vor Anpfiff einen Schulterschluss anboten. Trotz der jüngsten Misserfolge und der fehlenden Alternativen in der Sturmspitze baute Thioune von Beginn an auf Jovan Milošević, eine Leihgabe vom VfB Stuttgart, die sich als goldrichtige Entscheidung erweisen sollte. Die Mannschaft zeigte Kampfgeist, auch wenn die spielerischen Glanzpunkte fehlten.
Die erste Halbzeit war geprägt von ausgelassenen Chancen, die das Dilemma des drittschwächsten Angriffs der Liga widerspiegelten. Ein vermeintliches 1:0 durch Olivier Deman wurde wegen Abseits von Milošević zurückgepfiffen (26.), und Milošević selbst scheiterte aus kurzer Distanz am leeren Tor. Auch Romano Schmid umkurvte den Heidenheimer Torwart Frank Feller, traf aber nur den Pfosten und dann das Außennetz (45.+1). Doch Werder ließ sich nicht entmutigen und rannte unablässig an. Die Erlösung kam in der 57. Minute, als eine präzise Flanke von Schmid den Kopf von Jovan Milošević fand, der das langersehnte 1:0 für Bremen erzielte – ein echtes Stürmertor, das in dieser Saison selten war und das Weserstadion zum Beben brachte.
Mit diesem immens wichtigen Heimsieg springt Werder Bremen vorerst am VfL Wolfsburg vorbei auf den Relegationsplatz und sendet ein Lebenszeichen im Abstiegskampf. Die Erleichterung ist greifbar, auch wenn der Weg zum Klassenerhalt noch weit ist. Für den 1. FC Heidenheim hingegen verdüstern sich die Aussichten erheblich; mit nun acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz scheint das Bundesliga-Abenteuer für die Gäste von der Ostalb seinem Ende zuzugehen. Trainer Frank Schmidt gab sich nach der Niederlage realistisch und sprach von einem “Wunder”, das nötig wäre, um den Abstieg noch zu verhindern. Werder atmet auf, während Heidenheim die bitteren Konsequenzen dieser dramatischen Partie spürt.

