Unter US-Präsident Trump hat die US-Umweltbehörde EPA ihre Bewertung von Treibhausgasen als Gefahr offiziell widerrufen. Diese Entscheidung, die das sogenannte „Endangerment Finding“ aufhebt, ist ein zentraler Schritt zur Demontage vieler Klimaschutzmaßnahmen in den Vereinigten Staaten. Das ursprüngliche Finding aus dem Jahr 2009 hatte sechs Treibhausgase als gesundheitsschädlich eingestuft und diente als Grundlage für den „Clean Air Act“, der die Regulierung von Luftschadstoffen und die Festlegung von Qualitätsstandards ermöglichte. EPA-Chef Lee Zeldin hatte die Aufhebung bereits im Sommer des Vorjahres angekündigt, was nun die Klimapolitik der USA maßgeblich beeinflusst.
Die Kehrtwende der EPA steht im deutlichen Widerspruch zum globalen wissenschaftlichen Konsens. Treibhausgase gelten in der Forschung als Haupttreiber des menschengemachten Klimawandels, der seit dem späten 19. Jahrhundert zu einem signifikanten Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur geführt hat. Laut dem Weltklimarat IPCC äußern sich diese Auswirkungen weltweit durch häufigere und heftigere Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen, Hitzewellen und Dürren. Die Aufhebung des Findings ignoriert diese breit akzeptierten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die potenziellen Risiken für die öffentliche Gesundheit und Umwelt.
Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Klimapolitik der Trump-Regierung, die seit ihrem Amtsantritt rigoros Mittel für Klimaschutz und Forschung kürzt. Im Januar traten die Vereinigten Staaten zudem offiziell aus dem Pariser Klimaabkommen aus, einem wegweisenden Vertrag, in dem sich 2015 rund 200 Staaten darauf einigten, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad, zu begrenzen, um die schlimmsten Folgen der Klimakrise zu verhindern. Des Weiteren wurden im Dezember Lockerungen bei den Vorgaben zum Kraftstoffverbrauch von Autos und leichten Nutzfahrzeugen angekündigt, wodurch der angestrebte Wert von rund 50 Meilen pro Gallone (ca. 4,7 Liter/100 km) auf nur noch 34,5 Meilen pro Gallone (ca. 6,8 Liter/100 km) herabgesetzt wird.
Die Auswirkungen dieser US-amerikanischen Politik sind global spürbar. Laurent Fabius, der Architekt des Pariser Klimaabkommens, äußerte sich im SPIEGEL-Interview besorgt über das Ausmaß des Rückschlags. Die Entscheidungen der Trump-Regierung senden ein starkes Signal der Abkehr von internationalen Klimaschutzbemühungen und könnten die weltweiten Anstrengungen zur Eindämmung des Klimawandels erheblich erschweren. Während die Weltgemeinschaft die Notwendigkeit dringender Maßnahmen betont, schlagen die USA einen entgegengesetzten Kurs ein, der weitreichende Konsequenzen für das Klima und die internationale Zusammenarbeit hat.
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