Kristi Noem, US-Heimatschutzministerin unter Präsident Donald Trump, sieht sich seit geraumer Zeit massiver Kritik ausgesetzt. Der Druck auf Noem hat sich jüngst durch die Affäre um den Tod von Alex Pretti in Minneapolis verschärft, bei der die Ministerin offenbar mit einer Lüge über angebliche Angriffe auf ICE-Agenten ertappt wurde. Diese Darstellung führte dazu, dass sich selbst das Weiße Haus von ihr distanzierte. Nun hat ein detaillierter Bericht des “Wall Street Journal” weitere schwere Vorwürfe ans Licht gebracht, die Noem als selbstherrlich agierend und zugleich völlig überfordert in ihrer Rolle darstellen. Die Enthüllungen zeichnen ein Bild einer Ministerin, deren Amtsführung sowohl intern als auch extern zunehmend hinterfragt wird.
Ein besonders skurriles Detail aus dem WSJ-Bericht betrifft einen Piloten der US-Küstenwache. Laut Insidern soll Noem während einer Reise aufgrund eines technischen Defekts das Flugzeug wechseln müssen. Dabei wurde jedoch vergessen, ihre persönliche Decke vom ersten ins zweite Flugzeug zu verlegen. Diese triviale Angelegenheit führte zu einer drastischen Reaktion: Noems enger Vertrauter Corey Lewandowski soll den Piloten des betroffenen Fliegers daraufhin kurzerhand entlassen haben. Der Flugkapitän erhielt die Anweisung, nach Erreichen des Zielortes einen Linienflug nach Hause zu nehmen. Die Geschichte nahm jedoch eine unerwartete Wendung, als sich am Ziel herausstellte, dass kein Ersatzpilot für den Rückflug zur Verfügung stand. Infolgedessen wurde der zuvor gefeuerte Pilot notgedrungen wieder eingestellt, um die Reise fortsetzen zu können.
Neben dem Piloten-Eklat beleuchtet der Bericht auch Noems Umgang mit öffentlichen Geldern und ihre Reisegewohnheiten. Es wird kritisiert, dass die Ministerin gleich zu Beginn ihrer Amtszeit 200 Millionen Dollar aus dem Budget ihres Ministeriums für eine groß angelegte Werbekampagne bereitstellte. Diese Kampagne zielte darauf ab, illegal im Land lebende Einwanderer zur sofortigen Ausreise aufzufordern. Selbst der damalige US-Präsident Donald Trump soll über die immensen Kosten dieser Aktion verärgert gewesen sein. Ferner wird Noem die Nutzung eines komfortablen 737-Max-Jets für ihre Reisen durchs Land vorgeworfen. Mitarbeiter sollen die Maschine spöttisch als „großen, schönen Jet“ bezeichnen, eine Anspielung auf Trumps oft zitierte Formulierung „Big Beautiful Bill“. Diese Praktiken werfen Fragen bezüglich der verantwortungsvollen Nutzung von Steuergeldern auf.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Personalpolitik von Noem und ihrem Berater Corey Lewandowski. Dem Bericht zufolge haben die beiden seit ihrem Amtsantritt einen Großteil der Führungskräfte der Einwanderungsbehörde ICE, nämlich 80 Prozent, entlassen. Diese aggressive Personalpolitik wird intern stark kritisiert und als selbstherrlich empfunden. Darüber hinaus widmet der Artikel auch der persönlichen Beziehung zwischen Noem und Lewandowski Aufmerksamkeit. Obwohl beide anderweitig verheiratet sind und Gerüchte über eine Affäre dementiert haben, wird kolportiert, dass sie innerhalb des Ministeriums wenig Anstrengungen unternehmen, um ihre enge Beziehung zu verbergen. Die anhaltenden Kontroversen und Vorwürfe stellen Kristi Noem zunehmend unter Druck und könnten ihre politische Zukunft nachhaltig beeinflussen.
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