Die lang erwartete bemannte Mondmission Artemis 2 muss erneut verschoben werden. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa gab bekannt, dass ein Problem mit der Helium-Zufuhr in einer der Raketenstufen des Space Launch Systems (SLS) die aktuelle Verzögerung verursacht. Um die notwendigen Reparaturen durchzuführen, müssen die Trägerrakete und die Orion-Raumkapsel vom Startkomplex 39B des Kennedy Space Centers in Florida zurück in den Hangar transportiert werden. Diese logistische Herausforderung bedeutet, dass das ursprünglich für März anvisierte Startfenster nicht mehr eingehalten werden kann. Nasa-Chef Jared Isaacman bestätigte die Entwicklung auf der Plattform X und sprach von einer weiteren Hürde auf dem Weg zum Mond.
Es ist nicht die erste Verzögerung für Artemis 2. Ursprünglich für Anfang Februar geplant, musste der Start bereits wegen Wasserstoff-Lecks bei vorangegangenen Tests verschoben werden. Nach umfangreichen Prüfungen und einem weiteren Probelauf, der alle Abläufe außer dem eigentlichen Abheben umfasste, hatte Isaacman erst kürzlich von einem “großen Fortschritt” gesprochen. Der frühestmögliche Starttermin war zuletzt auf den 6. März festgelegt worden. Die Serie technischer Schwierigkeiten unterstreicht die Komplexität und die hohen Anforderungen an Sicherheit und Funktionalität bei bemannten Raumflügen.
Mit der Artemis 2-Mission soll ein historisches Kapitel aufgeschlagen werden: Erstmals seit über einem halben Jahrhundert sollen wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen bilden die Crew, die den Mond bei der etwa zehntägigen Mission umrunden wird. Der letzte bemannte Flug zum Mond war die Apollo 17-Mission im Jahr 1972. Artemis 2 ist ein entscheidender Schritt im Rahmen des übergeordneten Artemis-Programms, das unter Präsident Donald Trump gestartet wurde und eine dauerhafte Präsenz von Menschen auf dem Mond sowie die Vorbereitung künftiger Missionen zum Mars zum Ziel hat.
Trotz der jüngsten Rückschläge gibt die Nasa die Hoffnung auf einen Start im Jahr 2024 nicht auf. Im Laufe des Jahres gibt es weitere geeignete Startfenster, darunter eines Anfang April. Die Behörde steht unter Druck, das ehrgeizige Artemis-Programm voranzutreiben, während sie gleichzeitig mit anderen Herausforderungen kämpft. Erst kürzlich sorgte die Aufarbeitung einer Raumschiffpanne für Schlagzeilen, die zwei Astronauten monatelang länger auf der ISS festhielt und von der Nasa als schwerwiegender Zwischenfall mit “Hardwarefehlern, Qualifikationslücken, Führungsfehlern, kulturellen Schwächen” eingestuft wurde. Diese Vorfälle verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen für die Raumfahrtbehörde, während sie sich auf die Rückkehr der Menschheit zum Mond vorbereitet.

