Der deutsche Schiffbauer ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) baut seine Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsunternehmen L3Harris aus. Beide Unternehmen haben zwei neue Verträge über mehrere Millionen US-Dollar abgeschlossen. Im Mittelpunkt stehen technische Systeme für moderne U-Boote. Sie sollen wichtige Geräte ausfahren und wieder einziehen können. Dazu gehören Anlagen für Kommunikation, Überwachung und Navigation.
L3Harris bestätigte die Aufträge in einer Mitteilung. Die neuen Verträge sollen die Modernisierung der U-Boot-Flotten Deutschlands und Norwegens unterstützen. Beide Länder zählen zu den wichtigsten Kunden von TKMS. Die Unternehmen haben jedoch weder den genauen Auftragswert noch die Zahl der bestellten Systeme bekannt gegeben. Auch konkrete Liefertermine fehlen bisher.
Obwohl L3Harris das betroffene U-Boot-Modell nicht ausdrücklich genannt hat, deutet vieles auf das gemeinsame Type-212CD-Programm hin. Deutschland und Norwegen entwickeln und beschaffen diese neue U-Boot-Klasse gemeinsam. Die geplanten Boote sollen die militärischen Fähigkeiten beider Marinen verbessern und eine engere Zusammenarbeit innerhalb der NATO ermöglichen.
Die neuen Verträge zeigen zugleich, wie eng die amerikanische und europäische Verteidigungsindustrie zusammenarbeiten. Angesichts der wachsenden Spannungen mit Russland investieren viele europäische Staaten stärker in ihre militärische Ausrüstung. Dabei spielen internationale Partnerschaften eine wichtige Rolle. Unternehmen aus verschiedenen Ländern liefern gemeinsam Technik für moderne Kriegsschiffe und andere militärische Systeme.
Bei den neuen Aufträgen geht es vor allem um sogenannte Masthebesysteme. Diese Anlagen gehören zu den wichtigen Bestandteilen eines modernen U-Bootes. Sie ermöglichen es, bestimmte Geräte über die Wasseroberfläche zu bringen, während das U-Boot selbst unter Wasser bleibt. Nach dem Einsatz können die Geräte wieder eingezogen werden.
Frühere U-Boote nutzten vor allem optische Periskope. Damit konnten die Besatzungen die Umgebung beobachten, ohne an die Oberfläche zu fahren. Moderne Modelle verwenden dagegen zunehmend elektronische Masten. Diese können mit Kameras, Infrarotsensoren und weiteren Überwachungsgeräten ausgestattet werden.
Zusätzlich benötigen U-Boote Antennen für Kommunikation, Navigation und elektronische Aufklärung. Die Besatzung kann damit wichtige Informationen sammeln und mit anderen militärischen Einheiten in Verbindung bleiben. Die verschiedenen Geräte müssen zuverlässig funktionieren, auch wenn das U-Boot unter schwierigen Bedingungen eingesetzt wird.
Die neuen Systeme von L3Harris sollen das Ausfahren und Einziehen dieser Geräte unterstützen. Neben den mechanischen Anlagen gehören auch elektronische Steuergeräte zum Auftrag. Sie kontrollieren die Bewegungen der Masten und verbinden sie mit den übrigen technischen Systemen des U-Bootes.
Eine zuverlässige Steuerung ist besonders wichtig. Ein technischer Fehler könnte die Kommunikation, Navigation oder Sammlung militärischer Informationen beeinträchtigen. Deshalb müssen die Anlagen auch bei längeren Einsätzen unter Wasser sicher arbeiten.
Das Type-212CD-Projekt ist ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Verteidigungsplanung Deutschlands und Norwegens. Die Abkürzung CD steht für Common Design. Beide Staaten wollen eine möglichst einheitliche U-Boot-Klasse nutzen. Dadurch sollen Wartung, Ausbildung und technische Unterstützung einfacher werden. Gleichzeitig können die Marinen ihre Erfahrungen und Ausrüstung besser miteinander teilen.
Das neue Modell baut auf der deutschen Type-212A-Klasse auf. Es wurde jedoch für neue militärische Anforderungen entwickelt. Die U-Boote sollen rund 73 Meter lang und etwa zehn Meter breit sein. Ihre Verdrängung an der Wasseroberfläche wird auf ungefähr 2.500 Tonnen geschätzt.
Beim Antrieb setzt TKMS auf eine Kombination aus Diesel und Elektromotoren. Zusätzlich kommt eine Brennstoffzellentechnik mit Wasserstoff zum Einsatz. Dieses System wird als luftunabhängiger Antrieb bezeichnet. Es ermöglicht den Booten, deutlich länger unter Wasser zu bleiben als herkömmlichen Diesel-Elektro-U-Booten ohne eine solche Technik.
Die geplante Bewaffnung umfasst sechs Torpedorohre mit einem Durchmesser von 533 Millimetern. Die Boote sollen schwere Torpedos einsetzen können. Weitere Einzelheiten zur endgültigen Ausstattung können je nach den Anforderungen der deutschen und norwegischen Marine unterschiedlich ausfallen. Die Besatzung wird voraussichtlich etwa 30 Personen umfassen.
Die ersten Einheiten sind noch nicht fertiggestellt. Die Auslieferung wird für die frühen 2030er-Jahre erwartet. Deutschland hat zunächst zwei U-Boote bestellt, während Norwegen vier Einheiten erhalten soll. Weitere Bestellungen sind Teil der längerfristigen Beschaffungsplanung.
Das Projekt hat für beide Länder eine wichtige strategische Bedeutung. Norwegen liegt an zentralen Seewegen zwischen der Arktis und dem Nordatlantik. Deutschland muss vor allem seine Interessen in der Nordsee und der Ostsee schützen. Beide Regionen sind für die Sicherheit der NATO von großer Bedeutung.
Besonders die zunehmenden militärischen Aktivitäten Russlands sorgen in Europa für Aufmerksamkeit. Moderne und leise U-Boote können gegnerische Schiffe beobachten, wichtige Seewege überwachen und bei Bedarf militärische Ziele bedrohen. Die Type 212CD soll vor allem in schwierigen Küstengebieten ihre Fähigkeiten nutzen.
TKMS gehört zu den führenden U-Boot-Herstellern Europas. L3Harris ist auf Verteidigungselektronik und maritime Technologien spezialisiert. Die neuen Verträge zeigen, dass selbst kleine technische Bauteile für die Leistungsfähigkeit moderner Kriegsschiffe entscheidend sein können. Die Zusammenarbeit soll Deutschland und Norwegen dabei helfen, ihre künftigen U-Boot-Flotten mit zuverlässiger Technik auszustatten.
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