Die US-Weltraumbehörde NASA hat eine entscheidende Neuausrichtung ihres Artemis Mondprogramms bekannt gegeben. Nachdem “Artemis 2” zuletzt durch Verzögerungen beherrscht wurde, rücken nun die Folgemissionen in den Fokus. “Artemis 3”, ursprünglich als Mondlandeversuch geplant, wird von diesem Ziel entbunden. Dies teilte NASA-Chef Jared Isaacman mit. Trotz dieser Änderung hält die Behörde am ehrgeizigen Ziel fest, bis 2028 wieder Menschen auf dem Mond zu landen. Dieses Vorhaben legte US-Präsident Donald Trump per Dekret fest, auch im Kontext des wachsenden Mond-Wettrennens mit China, das ebenfalls vor 2030 Menschen zum Erdtrabanten bringen will. Die letzten US-Astronauten betraten den Mond im Jahr 1972.
Die Anpassung der Missionsziele für “Artemis 3” folgt einer Empfehlung des Aerospace Safety Advisory Panels der NASA. Diese Sicherheitskommission, 1968 nach dem tragischen Brand von “Apollo 1” mit drei toten Astronauten gegründet, hatte eine Überarbeitung der anspruchsvollen Missionsziele angemahnt. Sorgen um die Sicherheit und die Komplexität der Aufgaben waren ausschlaggebend. NASA-Boss Isaacman bestätigte, dass der neue Plan diesen Bedenken Rechnung trägt und zudem die volle Unterstützung von Präsident Trump genießt. Dies unterstreicht die Priorität der Sicherheit im gesamten Artemis-Programm, auch wenn es eine Modifikation der ursprünglich geplanten Schritte bedeutet.
Konkret wird “Artemis 3” nun auf 2027 vorgezogen – ein Jahr früher als ursprünglich. Diese Mission wird jedoch kein Landeversuch mehr sein, sondern als Übungsflug dienen, um den Abstand zwischen Flügen zu verkürzen und wichtige Manöver zu erproben. Im Fokus steht das Zusammentreffen der “Orion”-Kapsel im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern. Diese Docking-Manöver sind essenziell für spätere Landemissionen. Die eigentlichen Mondlandeversuche werden nun für 2028 angekündigt. Die NASA plant hierfür die Missionen “Artemis 4” und “Artemis 5”, was potenziell zwei separate Gelegenheiten für eine menschliche Mondlandung innerhalb dieses Jahres bedeuten könnte.
Indessen steht “Artemis 2” weiterhin im Vordergrund der kurzfristigen Planungen und soll so bald wie möglich starten. Diese Mission markiert einen historischen Meilenstein, da sie erstmals seit über einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die unmittelbare Nähe des Mondes bringen wird. Die Crew, bestehend aus den US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und Jeremy Hansen (Kanada), soll bei diesem etwa zehntägigen Flug den Mond umrunden. Technische Probleme am Schwerlastraketensystem der NASA, zuletzt mit dem Heliumgas, verzögern den Start. Ein neues Startdatum wurde noch nicht bekannt gegeben; die Behebung dieser Herausforderungen hat höchste Priorität für den Erfolg der Mondumrundung und die nachfolgenden Artemis-Landepläne.

