Ein schwerwiegender MeToo-Vorwurf erschüttert das als feministisches Vorzeigestart-up gefeierte Unternehmen The Female Company. Eine ehemalige Mitarbeiterin schildert im SPIEGEL einen Vorfall, bei dem ein Kollege ihr Gesicht in eine sexualisierte Geste zwang. Zehn weitere Ex-Beschäftigte erheben zudem Kritik an den internen Arbeitsbedingungen und dem Umgang mit Müttern. Während die Firmenchefin Ann-Sophie Claus alle Anschuldigungen vehement zurückweist und das Unternehmen eine monatelange interne Prüfung sowie die Einführung eines Verhaltenskodex anführt, wirft der Fall Fragen nach der Authentizität der nach außen getragenen Werte auf. Der betroffene Mitarbeiter bestreitet über seine Anwälte sämtliche Vorwürfe eines sexualisierten Übergriffs.
Nach der verheerenden Silvestertragödie in Crans-Montana, bei der 41 Menschen in der Bar Le Constellation starben, haben sich die Besitzer Jacques und Jessica Moretti erstmals in einem Brief an ihre Angestellten gewandt. Sie versichern Unterstützung und bekunden ihr Beileid, während sie die Verantwortung für das Unglück tragen, ohne sie abzuwälzen. Dieses Statement stellt einen bemerkenswerten Kurswechsel dar, nachdem die Morettis in Vernehmungen und Medien zuvor mehrfach eine persönliche Verantwortung zurückgewiesen und Mitarbeitenden die Schuld zugeschoben hatten. Gegen das Paar wird weiterhin wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung ermittelt, was auch zu diplomatischen Spannungen führte.
Die Stundenlöhne in Deutschland sind 2025 weiter gestiegen, was zu einer leichten Schließung der Lohnschere geführt hat. Im zweiten Halbjahr verdienten Beschäftigte durchschnittlich 25,88 Euro brutto pro Stunde, ein Plus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders erfreulich ist laut Lohnmonitor des IAB, dass die mittleren Einkommen überdurchschnittlich um 5,2 Prozent zulegten, während Spitzenverdiener nur 3,7 Prozent mehr erhielten. Auch der Niedriglohnsektor ist geschrumpft. Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung nach Qualifikation: Akademikerlöhne stagnierten, während die Verdienste von Beschäftigten ohne Berufsabschluss stark auf 18,05 Euro kletterten, begünstigt durch gestiegene Mindestlöhne. Dies könnte jedoch das Interesse an Ausbildungen mindern.
Abseits dieser Schlagzeilen gibt es weitere bemerkenswerte Entwicklungen: Marius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, wehrt sich vor Gericht gegen Vergewaltigungsvorwürfe. Die AfD hat im Streit um einen SPD-Saal eine weitere juristische Niederlage erlitten. Bill Gates äußert sich reuig zu seinen Kontakten mit Jeffrey Epstein, und das deutsche Olympiateam sorgt mit seinem Eröffnungsoutfit für Designkritik. Auch die niederländische Königin Máxima wird nach einer Grundausbildung beim Militär dienen. Eine neue Netflix-Serie, “Unfamiliar”, verspricht zudem Spannung im Berliner Agentenmilieu mit starken Actionszenen und einer herausragenden Susanne Wolff in der Hauptrolle. Der Tag hält somit eine breite Palette an Nachrichten bereit.

