In Freiburg löste ein waghalsiger Ausflug dreier Jugendlicher in den verlassenen Schlossbergstollen einen umfangreichen Rettungseinsatz aus. Am Samstagabend brachen die Jugendlichen in die ehemalige Bunkeranlage ein, um das weitverzweigte System zu erkunden. Was als Abenteuer begann, endete schnell in Orientierungslosigkeit in den dunklen Gängen. Glücklicherweise entdeckten sie einen Aufzugsschacht, über den sie später von der Feuerwehr geborgen werden konnten. Die Einsatzkräfte wurden alarmiert und rückten zum Schlossberg aus, um die Vermissten zu lokalisieren und sicher ins Freie zu bringen. Der Einsatz unterstreicht einmal mehr die Gefahren des Betretens ungesicherter und verlassener Anlagen.
Nach der erfolgreichen Rettung der drei Jugendlichen gaben diese an, dass sich noch zwei weitere Personen, die sie nicht näher kannten, im Stollen befinden könnten. Diese Information führte zu einer sofortigen und intensiven Absuche der gesamten Bunkeranlage durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei. Trotz des umfassenden Durchkämmens der Gänge und Räume konnten keine weiteren Personen gefunden werden. Daraufhin wurde der aufwändige Rettungseinsatz schließlich beendet, nachdem sichergestellt war, dass sich keine weiteren Personen mehr in Gefahr befanden. Die Identität und der Verbleib der angeblich weiteren Jugendlichen blieben ungeklärt.
Der sogenannte Schlossbergstollen, umgangssprachlich auch als “Atombunker” bekannt, hat eine bewegte Geschichte. Er wurde zwischen 1963 und 1968 im Auftrag des Bundes als Schutzraum im Falle eines Atomkrieges errichtet und kostete damals rund elf Millionen D-Mark. Ursprünglich konzipiert, um 5000 Freiburger Einwohnern Schutz zu bieten, gilt die Anlage seit 2014 nicht mehr als öffentlicher Schutzraum. Das Betreten ist seitdem explizit untersagt, was auch durch entsprechende Absperrungen und Hinweise kenntlich gemacht wurde. Die nun erfolgte unbefugte Erkundung verdeutlicht die anhaltende Anziehungskraft solcher geheimnisvollen Orte, trotz aller Warnungen und Verbote.
Die Gefährlichkeit des ehemaligen Bunkers geht jedoch weit über die Gefahr des Verlorengehens hinaus. Bereits 2014 warnte die “Stuttgarter Zeitung” eindringlich vor den gravierenden gesundheitlichen Folgen, die ein längerer Aufenthalt in der Anlage mit sich bringen könnte. Messungen hatten ergeben, dass die Raumluft im Schlossbergstollen stark mit Schimmelpilzen und deren Sporen belastet ist. Diese Belastung kann bei Menschen zu ernsthaften Atemwegserkrankungen, allergischen Reaktionen und anderen gesundheitlichen Problemen führen, insbesondere bei längerer Exposition. Die Jugendlichen setzten sich bei ihrem illegalen Ausflug somit nicht nur der Gefahr der Orientierungslosigkeit, sondern auch erheblichen gesundheitlichen Risiken aus, was die Dringlichkeit der Rettung zusätzlich unterstrich.
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