Die mit Spannung erwartete reguläre Öffnung des Rafah-Grenzübergangs, der den Gazastreifen mit Ägypten verbindet, hat sich um mindestens einen Tag verschoben. Ursprünglich für Sonntag angekündigt, wurde der Übergang stattdessen für einen vorläufigen „Probebetrieb“ freigegeben. Diese Entwicklung wurde übereinstimmend von israelischen, palästinensischen und EU-Kreisen bestätigt, die alle darauf hinweisen, dass der vollständige Personenverkehr in beide Richtungen erst am Montag beginnen soll. Die Verzögerung bedeutet, dass das wichtige Tor für viele, die den blockierten Küstenstreifen verlassen oder betreten möchten, weiterhin weitgehend unzugänglich bleibt, was die ohnehin prekäre humanitäre Lage weiter verschärft.
Ein Sprecher der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde in Gaza erklärte ausdrücklich, dass bisher weder Patienten noch andere Reisende den Übergang passieren konnten. Frühere Berichte aus palästinensischen Kreisen hatten suggeriert, dass rund 50 Patienten in Begleitung ihrer Angehörigen zu den Ersten gehören würden, die das zerstörte Gebiet verlassen. Diese Bewegungen blieben jedoch aus. Ägyptische Sicherheitskreise präzisierten, dass Israel der vollständigen Wiedereröffnung auf der palästinensischen Seite noch nicht zugestimmt habe, was die Verschiebung des regulären Personenverkehrs auf Montag untermauert und bestätigt, dass der aktuelle „Probebetrieb“ ausschließlich der Erprobung der Abläufe dient und keinen tatsächlichen Transit von Personen, einschließlich der Schwerverletzten oder Kranken, beinhaltet.
Sobald der Übergang vollständig in Betrieb ist, rechnen israelische Berichte damit, dass täglich etwa 150 Personen den Gazastreifen verlassen dürfen, während rund 50 zurückkehren können. Dies stellt eine bedeutende, wenn auch teilweise, Wiedereröffnung nach einer etwa einjährigen Unterbrechung dar. Der Schritt ist Berichten zufolge Teil des umfassenderen Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump. Der Betrieb am Rafah-Übergang soll in Abstimmung mit Ägypten erfolgen, eine vorherige Sicherheitsüberprüfung durch Israel beinhalten und unter der Aufsicht der EU-Mission Eubam Rafah stehen, um einen regulierten Durchgang zu gewährleisten.
Die Rückkehr in das während des Krieges gegen die islamistische Terrororganisation Hamas weitgehend zerstörte Küstengebiet ist spezifisch auf Palästinenser beschränkt, die den Gazastreifen während der Kämpfe verlassen hatten. Die israelische Cogat-Behörde schätzt diese Gruppe auf etwa 42.000 Personen. Der Rafah-Grenzübergang ist von immenser Bedeutung, da er Gazas einzige Verbindung zur Außenwelt darstellt, die nicht direkt nach Israel führt. Während er nun einige Bewegungen ermöglichen soll, werden wichtige humanitäre Hilfslieferungen weiterhin über andere Grenzübergänge in das Gebiet geleitet. Darüber hinaus verschärft Israel trotz der geltenden Waffenruhe die humanitäre Krise weiterhin, indem es die Einfuhr von Geld nach Gaza verhindert.
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