Die US-Raumfahrtbehörde Nasa steht vor weiteren Herausforderungen, da sich der geplante Raketenstart zur Internationalen Raumstation (ISS) voraussichtlich verzögern wird. Ursache hierfür ist ein vorläufiges Startverbot für die Trägerrakete Falcon 9 des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX. Der für den 11. Februar avisierte Start, der die ISS-Besatzung wieder auf ihre volle Stärke von sieben Personen aufstocken sollte, ist nun in Frage gestellt. Dies folgt auf eine Reihe von Rückschlägen für die Nasa, die bereits die wichtige Mondmission Artemis 2 wegen eines Treibstofflecks verschieben musste. Die Verzögerung des ISS-Fluges unterstreicht die Komplexität und die hohen Sicherheitsanforderungen der modernen Raumfahrt.
SpaceX hatte das Startverbot erteilt, nachdem bei einem kürzlichen Start von Starlink-Satelliten ein nicht näher benanntes Problem an der zweiten Stufe der Falcon 9 aufgetreten war. Obwohl die Rakete ihre Mission erfolgreich abschloss und die Satelliten sicher in die Umlaufbahn brachte, untersucht das Unternehmen derzeit die genauen Ursachen der Störungen während der Vorbereitung des Deorbit-Manövers. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat ebenfalls eine Untersuchung eingeleitet, an der auch Teams der Nasa beteiligt sind. Diese umfassenden Prüfungen sind notwendig, um die Sicherheit künftiger Missionen zu gewährleisten und Korrekturmaßnahmen einzuleiten, bevor der Flugbetrieb mit der Falcon 9 wieder aufgenommen wird.
Die aktuellen Probleme bei SpaceX kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die Nasa. Erst am Dienstag wurde bekannt, dass die mit Spannung erwartete Mondmission Artemis 2, die Astronauten erstmals seit über 50 Jahren wieder in die Mondumlaufbahn bringen sollte, vom Februar in den März verschoben wurde. Grund hierfür war ein Treibstoffleck am Tank der Rakete während einer Generalprobe. Die Schwierigkeiten beim Tanken könnten zu einem explosiven Gemisch am Startplatz führen, was eine erhöhte Vorsicht und umfangreiche Reparaturen erforderlich macht. Diese parallelen technischen Herausforderungen stellen die Nasa und ihre Partner vor erhebliche logistische und technische Hürden.
Die potenzielle Verzögerung des ISS-Starts hat unmittelbare Auswirkungen auf die Besatzung der Raumstation. Derzeit sind nur drei Astronauten an Bord, nachdem eine vierköpfige Crew im Januar wegen eines medizinischen Notfalls vorzeitig zur Erde zurückkehren musste. Die Stammbesatzung besteht eigentlich aus sieben Personen, und die geplante Crew-Rotation ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der wissenschaftlichen Experimente und des Betriebs der Station. Die neue Besatzung, bestehend aus Jessica Meir, Jack Hathaway, Sophie Adenot und Andrej Fedjaew, wartet nun auf die Entscheidung über die Wiederaufnahme der Flüge. Die Nasa betont die enge Zusammenarbeit mit FAA und SpaceX, um eine sichere Lösung zu finden und den Flugbetrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.

