Nestlé hat seinen bereits großangelegten Rückruf von Säuglingsnahrung deutlich ausgeweitet. Der Grund ist der Giftstoff Cereulid, ein von Bakterien produziertes Toxin, das bei hoher Dosis Übelkeit und Erbrechen verursachen kann. Säuglinge reagieren wesentlich empfindlicher darauf als Erwachsene. Die Ausweitung erfolgte, nachdem Frankreich den Grenzwert für Cereulid gesenkt hatte, um die Sicherheit zu erhöhen. Dies unterstreicht die Dringlichkeit der Situation und die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen für die jüngsten Verbraucher.
Das Toxin wurde in Zutaten aus einer chinesischen Fabrik nachgewiesen, die zahlreiche Hersteller von Säuglingsnahrung beliefert, darunter auch Danone und Lactalis. Diese Funde führten in Dutzenden von Ländern zu Rückrufen. Nestlé bestätigte, dass nun eine weitere Charge der Marke Guigoz betroffen ist. Zuvor hatte das Unternehmen bereits im Januar und Dezember Chargen von Guigoz und anderen Marken zurückgerufen, was die anhaltende Natur des Problems verdeutlicht.
Die französische Justiz hat sich eingeschaltet und prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Tod zweier Säuglinge und den zurückgerufenen Guigoz-Produkten. Obwohl dies mit höchster Priorität untersucht wird, erklärten das französische Gesundheitsministerium und Nestlé, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Beweise für einen direkten Zusammenhang gibt. Ergebnisse der laufenden Untersuchungen werden in den kommenden Tagen erwartet, um Klarheit in dieser sensiblen Angelegenheit zu schaffen.
Frankreichs Verschärfung des Cereulid-Grenzwertes erfolgte nach einem Treffen mit der EU-Lebensmittelbehörde Efsa, die auf Aufforderung der Europäischen Kommission eine Empfehlung abgab. Die Efsa schlug Richtwerte vor: mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung und 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung “könnten zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen”. Diese Efsa-Richtwerte sollen Risikomanagern in der EU helfen, zu entscheiden, wann Produkte vorsorglich vom Markt genommen werden sollten, um die öffentliche Gesundheit zu schützen.

