Vor der anstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag offenbart eine aktuelle Umfrage des ZDF-»Politbarometer Extra« ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Grünen und der CDU. Beide Parteien liegen demnach mit jeweils 28 Prozent gleichauf in der Wählergunst. Dies markiert einen bemerkenswerten Zuwachs für die Grünen, deren Spitzenkandidat Cem Özdemir den Abstand zur CDU, die zuvor lange Zeit führte, schließen konnte. In der letzten »Politbarometer«-Umfrage vom vergangenen Freitag lagen die Grünen noch bei 25 Prozent, während die CDU unter Manuel Hagel im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls einen Prozentpunkt zulegen konnte. Der deutliche Vorsprung der CDU in den Monaten zuvor ist somit Geschichte, da die Grünen, die derzeit mit Winfried Kretschmann den Regierungschef stellen, stark aufgeholt haben.
Die kleineren Parteien müssen der Umfrage zufolge Verluste hinnehmen. Die SPD erreicht aktuell 8 Prozent, was einem erneuten Verlust von einem Prozentpunkt gegenüber dem letzten ZDF-»Politbarometer« entspricht. Besonders spannend wird es für FDP und Linke, deren Einzug in den Landtag auf der Kippe steht. Beide Parteien werden bei 5,5 Prozent gesehen und liegen damit nur hauchdünn über der entscheidenden Fünfprozenthürde. Die AfD festigt ihren dritten Platz mit 18 Prozent der Stimmen, was ihre Position als drittstärkste Kraft im Land unterstreicht. Diese Verteilung deutet auf eine weiterhin fragmentierte politische Landschaft hin und könnte die Regierungsbildung nach der Wahl erschweren.
Trotz der klaren Zahlen gibt es noch große Unsicherheiten: Laut Meinungsforschern sind noch größere Veränderungen möglich, da beachtliche 32 Prozent der Befragten noch nicht sicher wissen, ob und wen sie wählen wollen. Die aktuelle Koalition aus Grünen und CDU, die seit 2016 gemeinsam regiert, könnte vor neuen Herausforderungen stehen. Bei der Frage nach dem Wunschkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten behält Cem Özdemir mit 47 Prozent deutlich die Nase vorn, während Manuel Hagel auf 24 Prozent kommt und Markus Frohnmaier von der AfD 8 Prozent erreicht. Die repräsentative Umfrage wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 4. und 5. März unter 1069 Wahlberechtigten in Baden-Württemberg durchgeführt, mit einer Fehlertoleranz von zwei bis drei Prozentpunkten.
Wahlumfragen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet und spiegeln lediglich das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider, stellen jedoch keine Prognosen für den tatsächlichen Wahlausgang dar. Faktoren wie nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Meinungsforschungsinstituten die genaue Gewichtung der erhobenen Daten. Eine Besonderheit dieser Landtagswahl ist die erstmalige Teilnahme von 16- und 17-Jährigen als Wahlberechtigte, deren Einfluss auf das Wahlergebnis noch abzuwarten bleibt. Dies könnte zusätzliche Dynamik in das Wahlgeschehen bringen und die endgültigen Ergebnisse weiter unvorhersehbar machen.

