Die Insel Poel ist Schauplatz eines emotionalen Dramas: Ein seit 17 Tagen gestrandeter Buckelwal, liebevoll „Hope“ oder „Timmy“ genannt, bewegt die Gemüter bundesweit. Nachdem die offizielle Hilfe zunächst eingestellt wurde, kam am Mittwoch plötzlich die überraschende Nachricht: Eine private Initiative darf einen Rettungsversuch starten. Zuschauerin Astrid Drews reiste extra aus Ostfriesland an, um ihre „Energie zum Hope zu schicken“, denn für sie ist der Ort des Geschehens eine „Schlachtbank“, von der das Tier unbedingt befreit werden muss.
Die leidenschaftliche Anteilnahme ist immens. Susanne Somma, eine der treibenden Kräfte in den sozialen Medien, hat seit Tagen für die Rettung des Wals getrommelt und Tausende E-Mails geschrieben. Sie und viele andere werfen den Behörden Untätigkeit oder gar Versagen vor, besonders als in der Presse bereits der Tod des Wals vermeldet wurde, während er vor Ort noch lebte. Dirk Briese kritisiert, dass der Staat Millionen in die Ukraine schicke, aber bei einem „weichen Licht“ wie dem Wal private Investoren einspringen müssten.
Trotz eines ursprünglich negativen Gutachtens gab Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus überraschend grünes Licht für den Rettungsversuch. Er hofft, dass das Projekt „deutlich macht, dass wir uns kümmern, Entscheidung treffen, Verantwortung übernehmen“. Doch die Stimmung auf Poel ist gespalten: Während sich Wal-Fans versammeln, fühlen sich Anwohner wie Jörn Hinzpeter von den „Demo-Touristen“ genervt, die sich auf dem Parkplatz gegenseitig anschreien. Die Erwartungen an die von zwei Millionären finanzierte Aktion sind riesig, obwohl Umweltorganisationen den Plan kritisch sehen.
Sechs Stunden später als geplant begannen die ersten Walretter, sich dem Tier zu nähern und dessen angegriffene Haut zu befeuchten. Hinter dem Absperrzaun verfolgen die Wal-Fans, darunter Streamer wie Bea Götzke, jeden Handgriff. Astrid Drews, die sich über TikTok informierte, ist seit dem frühen Morgen emotional dabei und hofft, dass der Wal bis Samstag aus der Bucht befreit ist. Die entscheidende Phase der Rettung wird für Freitag erwartet, doch der Ausgang bleibt ungewiss. Die Langsamkeit des Fortschritts verstärkt die Anspannung.

