Rheinmetall, der Düsseldorfer Rüstungskonzern, vermeldet trotz eines jüngsten Rückgangs des Aktienkurses beeindruckende Zahlen und einen ambitionierten Ausblick für die kommenden Jahre. Nach einem signifikanten Umsatz- und Gewinnplus im Jahr 2025 plant das Unternehmen, auch dieses Jahr kräftig zu wachsen. Der Konzernumsatz soll demnach um 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro ansteigen, während die operative Marge von 18,5 Prozent im Vorjahr auf 19 Prozent klettern soll. Diese positive Prognose wird maßgeblich durch die anhaltende Ausbreitung weltweiter Krisen und Kriege getragen, die eine erhöhte Nachfrage nach Verteidigungsgütern und -dienstleistungen zur Folge hat.
Ein zentraler Treiber des Wachstums ist Rheinmetalls Rolle in aktuellen Konflikten. Laut Konzernangaben kommen Waffen des Unternehmens auch im sogenannten Irankrieg zum Einsatz. Rheinmetall plant zudem, den USA dabei zu helfen, ihre durch die intensiven Angriffe auf Iran geleerten Raketenarsenale wieder aufzufüllen. Diese Entwicklungen spiegeln sich im massiv steigenden Auftragsbestand wider, der sich bis Jahresende voraussichtlich auf 135 Milliarden Euro mehr als verdoppeln wird. Die angespannte sicherheitspolitische Lage weltweit untermauert somit die aussichtsreiche Position des Konzerns im globalen Verteidigungsmarkt.
Im Geschäftsjahr 2025 konnte Rheinmetall seinen Umsatz bereits um 29 Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis vor Steuern und Sondereffekten wuchs um 33 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro, maßgeblich beeinflusst durch das margenstarke Geschäft mit Waffen und Munition. Der Auftragsbestand erreichte einen Rekordwert von 63,8 Milliarden Euro. Aktionäre sollen für 2025 eine deutlich erhöhte Dividende von 11,50 Euro je Anteilsschein erhalten. Trotz dieser Erfolge reagierten Anleger an den Börsen verhalten, da die Erwartungen an den Geschäftsausblick für 2026 noch höher lagen, was zu einem Kursverlust von rund fünf Prozent führte. Analysten zufolge lag die Prognose für den operativen Gewinn 2026 zwei Prozent unter der Konsensschätzung.
Trotz des kurzfristigen Kursrückgangs zeigte sich Rheinmetall-Chef Armin Papperger zuversichtlich. Er betonte die unverzichtbare Rolle des Konzerns bei der Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas. Rheinmetall hat sich zudem ehrgeizige Mittelfristziele bis 2030 gesetzt: Der Umsatz soll sich auf rund 50 Milliarden Euro erhöhen, ein Fünffaches des Werts von 2024, unterstützt durch eine neue Marine-Sparte. Die operative Marge soll dabei über 20 Prozent liegen. Als strategischen Schritt plant Rheinmetall den Ausstieg aus dem zivilen Geschäft mit der Automobilindustrie. Eine neue Struktur mit fünf Sparten – Kampffahrzeuge, Munition, Air Defence, Digitales und Marine – soll das Wachstum stemmen, begleitet vom massiven Ausbau der Munitionsproduktion, mit dem Ziel, ab 2027 jährlich 1,5 Millionen Schuss Artilleriegranaten herzustellen.

