Die Vergütung der Vorstandsvorsitzenden der großen börsennotierten Konzerne in Deutschland erreichte im Jahr 2025 eine neue Spitze. Laut Berechnungen des Handelsblatt Research Institute (HRI) summierten sich die Gehälter der Dax-Chefs auf beeindruckende 261,3 Millionen Euro. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und setzt den Trend der steigenden Spitzengehälter fort. Im Durchschnitt verdiente jeder Dax-Chef demnach rund 6,9 Millionen Euro. Sieben der Topmanager wurden mit über zehn Millionen Euro entlohnt, was die wachsende Kluft in der Einkommensverteilung unterstreicht.
Das beträchtliche Plus im vergangenen Jahr wurde primär durch Sonderzahlungen wie Abfindungen sowie eine verstärkte Orientierung der Vergütung am jeweiligen Aktienkurs getrieben. Diese Entwicklung wird von Kritikern zunehmend bemängelt, die die immer höheren Spitzengehälter und das Ungleichgewicht zwischen den Vorstandsvergütungen und den Gehältern der Belegschaft scharf verurteilen. Es wird befürchtet, dass sich die Verhältnisse zusehends “amerikanisieren”, wo die Diskrepanz zwischen Topmanagement und Mitarbeitern traditionell noch ausgeprägter ist. Diese Debatte gewinnt angesichts der anhaltenden Inflation und der Belastungen für Normalverdiener zusätzlich an Brisanz.
An der Spitze der Topverdiener stand erneut SAP-Chef Christian Klein, der im vergangenen Jahr 16,24 Millionen Euro einstrich. Obwohl dies weniger als die rund 19 Millionen Euro des Vorjahres war, blieb er unangefochten die Nummer eins. Dicht gefolgt wurde er von Christian Sewing von der Deutschen Bank mit 15,7 Millionen Euro und Roland Busch von Siemens mit 12,3 Millionen Euro. Auch Oliver Bäte von der Allianz und Tim Höttges von der Deutschen Telekom sicherten sich mit jeweils 11,6 Millionen Euro vordere Plätze. Besonders bemerkenswert ist der Aufstieg von Rheinmetall-Chef Armin Papperger, der dank des Rüstungsbooms über zehn Millionen Euro verdiente – zweieinhalbmal so viel wie im Vorjahr – und sich auf Platz sechs vorschob, ein klares Indiz für die Auswirkungen globaler Entwicklungen auf einzelne Branchen.
Die HRI-Studie, die als Grundlage dieser Analyse dient, basiert auf den detaillierten Vergütungsberichten von 38 der insgesamt 40 Dax-Konzerne. Der Flugzeugbauer Airbus und der Diagnostikkonzern Qiagen wurden in dieser Erhebung nicht berücksichtigt, da sie ihren aktienrechtlichen Sitz nicht in Deutschland haben. Die Entwicklung der Dax-Vorstandsgehälter zeigt eine klare Tendenz: Während die Gehälter 2024 um rund zehn Prozent stiegen und 2023 um zwei Prozent zulegten, mussten die Topmanager 2022 sogar Einschnitte hinnehmen. Die aktuellen Zahlen für 2025 markieren somit eine erneute Beschleunigung des Anstiegs der Vergütungen in der deutschen Unternehmensspitze, was die Diskussion um Managergehälter weiter anfachen dürfte und die Aufmerksamkeit auf die Corporate Governance und Vergütungspraktiken lenkt.

