Die türkische Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft einen bitteren Rückschlag erlebt. Trotz einer langen Überzahl verlor das Team sein zweites Gruppenspiel gegen Paraguay mit 0:1. Damit steht die Türkei bereits vor dem letzten Gruppenspiel als Tabellenletzter fest. Das frühe Aus sorgt für große Enttäuschung im Team und bei den Fans.
Für die Türkei ist es die erste WM-Teilnahme seit 2002. Die Rückkehr auf die große Bühne sollte ein sportliches Highlight werden. Stattdessen entwickelte sich das Turnier zu einer schweren Enttäuschung. Nach zwei Spielen steht die Mannschaft ohne eigenen Sieg und ohne eigenes Tor da.
Das Spiel gegen Paraguay begann schlecht. Bereits in der zweiten Minute traf Matías Galarza für die Südamerikaner aus rund 20 Metern ins Eck. Die türkische Abwehr war in dieser Szene nicht gut sortiert. Paraguay nutzte die erste Chance eiskalt aus.
Die Türkei versuchte danach, das Spiel zu kontrollieren. Viel Ballbesitz brachte jedoch zunächst wenig Gefahr. Zwar kam das Team um Arda Güler zu einzelnen Abschlüssen, doch die Chancen blieben ungenutzt. Ein Schuss von Güler ging deutlich über das Tor.
Kurz vor der Pause hatte die Türkei Pech. Nach einem Freistoß traf ein Kopfball von Mert Müldür zunächst die Latte, dann den Pfosten. Der Ball sprang jedoch nicht ins Tor. Es blieb beim Rückstand zur Halbzeit.
Für eine Wende sorgte später eine Rote Karte gegen Paraguay. Miguel Almirón wurde in der Nachspielzeit der ersten Hälfte vom Platz gestellt. Der Schiedsrichter entschied nach Videobeweis auf einen Verstoß im direkten Duell mit einem Gegenspieler. Paraguay spielte damit die gesamte zweite Hälfte in Unterzahl.
Trotz dieser Situation gelang der Türkei kein Treffer. Das Team erhöhte den Druck deutlich und kam zu mehreren Abschlüssen. Doch entweder fehlte die Genauigkeit oder der paraguayische Torwart stand im Weg. Die Chancen blieben ungenutzt.
Die Enttäuschung nach dem Spiel war groß. Arda Güler sprach von einem beschämenden Ergebnis. Er sagte, die Mannschaft sei sehr traurig und habe sich bei den Fans entschuldigt. Auch andere Spieler zeigten sich tief betroffen und emotional.
Experten kritisierten vor allem die fehlende Effektivität. Ein ehemaliger Nationalspieler sagte, es habe sich nichts verändert, selbst mit einem Mann mehr. Die Mannschaft wirke naiv und nicht konsequent genug im Abschluss.
Trainer Vincenzo Montella stellte sich hingegen schützend vor sein Team. Er sprach von viel Pech und zahlreichen vergebenen Chancen. Seine Mannschaft habe über das gesamte Turnier viele Torschüsse gehabt, aber kein Tor erzielt. Fußball sei nicht immer logisch, sagte er.
Auch das erste Gruppenspiel hatte die Türkei bereits verloren. Gegen Australien gab es eine 0:2-Niederlage ohne eigenen Treffer. Damit ist klar, dass die Türkei das Turnier ohne Punkt und ohne Tor beenden kann, falls im letzten Spiel keine Wende gelingt.
Paraguay dagegen hat mit dem Sieg wichtige Punkte gesammelt. Das Team hat nun drei Zähler und gute Chancen auf das Weiterkommen. Im letzten Gruppenspiel gegen Australien kann Paraguay aus eigener Kraft die K.o.-Runde erreichen.
Die USA stehen bereits als Gruppensieger fest. Für die Türkei bleibt dagegen nur noch ein sportlich bedeutungsloses letztes Spiel. Das frühe Aus markiert einen enttäuschenden Moment für eine Mannschaft, die mit großen Erwartungen ins Turnier gestartet war.

