Die Mieten in Deutschland sind im zweiten Quartal weiter gestiegen. Nach einer aktuellen Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln lagen die Angebotsmieten bundesweit rund vier Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Besonders betroffen waren Großstädte außerhalb der größten deutschen Metropolen. Dort stiegen die Mieten im Durchschnitt um 4,9 Prozent. Die Entwicklung zeigt jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Städten.
In Köln wurden besonders starke Steigerungen beobachtet. Dort erhöhten sich die Angebotsmieten um 7,9 Prozent. Auch in Hamburg gab es mit einem Plus von 5,5 Prozent einen deutlichen Anstieg.
Weniger stark war die Entwicklung in Stuttgart und Berlin. In Stuttgart stiegen die Mieten nur um 0,9 Prozent. In Berlin lag der Zuwachs bei etwa einem Prozent.
Ein wichtiger Grund für die steigenden Preise ist das immer kleinere Angebot an freien Mietwohnungen. Die Zahl der Wohnungsanzeigen liegt nach Angaben der Experten fast zwölf Prozent unter dem Stand von Anfang 2022.
Besonders stark ist der Rückgang in vielen Großstädten. In Hamburg hat sich das Mietangebot mehr als halbiert. Auch Frankfurt am Main verzeichnet deutlich weniger verfügbare Wohnungen. Dort gibt es rund 43 Prozent weniger Inserate als zuvor.
Immobilienexperten sehen einen wichtigen Grund für die angespannte Lage in der geringen Bewegung auf dem Mietmarkt. Viele Menschen bleiben in ihren bisherigen Wohnungen, obwohl diese nicht mehr zu ihrer aktuellen Lebenssituation passen.
Einige Haushalte wohnen laut Einschätzung der Fachleute in Wohnungen, die zu groß oder zu klein sind. Sie entscheiden sich jedoch gegen einen Umzug, weil sie ihre günstigen Mietverträge nicht verlieren möchten.
Dadurch werden weniger Wohnungen frei und die Suche nach bezahlbarem Wohnraum wird schwieriger. Besonders in Städten mit hoher Nachfrage verstärkt dieser Effekt den Druck auf den Mietmarkt.
Während der Mietmarkt stark unter Druck steht, zeigt sich beim Kauf von Immobilien ein anderes Bild. Die Preise für Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen zuletzt nur leicht.
Bundesweit erhöhten sich die Preise für Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,8 Prozent. Auch Ein- und Zweifamilienhäuser wurden durchschnittlich um 0,8 Prozent teurer.
Auch beim Kaufmarkt gibt es große regionale Unterschiede. In Dortmund stiegen die Preise für Immobilien um fünf Prozent. In München dagegen gingen die Preise für Eigentum um 1,9 Prozent zurück.
Der Unterschied zwischen Miet- und Kaufmarkt hängt auch mit der Entwicklung der Zinsen zusammen. Seit der Zinswende ist das Angebot an Kaufimmobilien deutlich größer geworden.
Verglichen mit dem ersten Quartal 2022 werden heute fast doppelt so viele Eigentumswohnungen angeboten. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist die Zahl der Inserate sogar um rund 140 Prozent gestiegen.
Experten sehen darin jedoch keinen starken Anstieg des Wohnungsbestands. Der größere Umfang an Angeboten zeigt vor allem, dass weniger Menschen Immobilien kaufen und viele Objekte länger auf dem Markt bleiben.
Die Entwicklung macht deutlich, dass der deutsche Wohnungsmarkt weiterhin stark unter Druck steht. Während Mieter mit steigenden Preisen und weniger Angeboten kämpfen, müssen Verkäufer von Immobilien mit einer vorsichtigeren Nachfrage umgehen.
Für die kommenden Monate bleibt entscheidend, ob mehr neue Wohnungen entstehen und ob sich die Nachfrage wieder verändert. Besonders in großen Städten dürfte die Suche nach bezahlbarem Wohnraum weiterhin schwierig bleiben.

