Der Klimawandel hat die Gefahr schwerer Waldbrände in Spanien deutlich erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Forschungsgruppe World Weather Attribution. Die Analyse zeigt, dass die durch Menschen verursachte Erderwärmung die heißen und trockenen Bedingungen in Spanien stark wahrscheinlicher gemacht hat.
Nach den Ergebnissen der Forscher hat der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit für extreme Wetterlagen, die große Brände fördern, in Spanien etwa um das Zwanzigfache erhöht. Auch in Frankreich haben sich die Bedingungen für gefährliche Feuer durch die steigenden Temperaturen verschärft.
Die Forschungsgruppe untersucht extreme Wetterereignisse mit Wetterdaten und Computermodellen. Dabei vergleichen Wissenschaftler die heutige Lage mit einer Welt ohne den Einfluss des Menschen auf das Klima. So können sie feststellen, welchen Anteil der Klimawandel an bestimmten Ereignissen hat.
Die WWA-Koordinatorin Friederike Otto vom Imperial College London bezeichnete die Entwicklung der Brandbedingungen in Spanien als eine besonders starke Veränderung. Die aktuellen Ereignisse zeigen nach ihrer Einschätzung, wie stark sich extreme Wetterlagen durch die Erderwärmung verändern können.
Spanien erlebt derzeit den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Forscher erklären, dass ein ungewöhnlich feuchter Jahresbeginn zunächst das Wachstum vieler Pflanzen gefördert habe. Später führte die starke Trockenheit dazu, dass diese Vegetation austrocknete und den Bränden mehr Brennstoff gab.
Experten weisen darauf hin, dass extreme Hitze und lange Trockenzeiten ideale Bedingungen für große Waldbrände schaffen. Der Brandforscher Jacob Bendix von der Syracuse University erklärte, dass solche Entwicklungen durch den Klimawandel immer häufiger auftreten.
Nach früheren Untersuchungen der WWA haben sich auch die Tage mit extremem Brandrisiko in Südeuropa deutlich erhöht. Eine Studie in der Fachzeitschrift Scientific Reports zeigte, dass die Zahl dieser Tage von etwa zehn pro Jahr in früheren Jahrzehnten auf rund 25 Tage gestiegen ist.
Zusätzlich sind die Bedingungen für Feuer heute deutlich intensiver als in der Vergangenheit. Laut der Analyse sind extreme Brandtage inzwischen etwa 50 Prozent stärker als im Zeitraum von 1981 bis 2010.
In den vergangenen Jahrzehnten konnten viele Länder Südeuropas die Zahl großer Brände durch bessere Technik und modernes Brandmanagement zunächst reduzieren. Von den 1980er-Jahren bis zu den 2010er-Jahren gingen sowohl die Anzahl der Feuer als auch die verbrannte Fläche zurück.
Diese Entwicklung hat sich jedoch verändert. Die steigende Zahl extremer Hitzeperioden und trockener Wetterlagen erschwert die Arbeit der Einsatzkräfte. Trotz moderner Ausrüstung und besserer Vorbereitung stoßen Feuerwehrteams bei besonders starken Bränden zunehmend an Grenzen.
Die Forscher betonen, dass nicht nur die Brandbekämpfung entscheidend ist. Auch Maßnahmen gegen die weitere Erderwärmung spielen eine wichtige Rolle. Weniger Treibhausgase und ein besserer Schutz von Wäldern könnten helfen, zukünftige Risiken zu verringern.
Die aktuellen Waldbrände in Spanien und anderen Teilen Europas zeigen, wie eng Klimaveränderungen und extreme Wetterlagen miteinander verbunden sind. Wissenschaftler erwarten, dass die Anpassung an neue Klimabedingungen in den kommenden Jahren eine immer größere Bedeutung bekommt.

