Nach den tödlichen Schüssen auf einen kolumbianischen Staatsbürger im US-Bundesstaat Maine steht ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE im Mittelpunkt einer internen Untersuchung. Die Überprüfung soll klären, ob der Beamte die erforderlichen Sicherheits- und Eignungsprüfungen ordnungsgemäß bestanden hat.
Der Vorfall ereignete sich in Biddeford. Dabei wurde der 25-jährige Kolumbianer Johan Sebastián Durán Guerrero während eines Einsatzes der Einwanderungsbehörde erschossen. Die Ermittlungen zu dem Schusswaffeneinsatz dauern weiterhin an.
Tom Homan, Grenzbeauftragter von US-Präsident Donald Trump, bestätigte, dass die interne Untersuchung bereits begonnen habe. Nach seinen Angaben konzentriert sich die Prüfung vor allem auf die Sicherheitsüberprüfung und die Ausbildung des Beamten.
Auslöser der Untersuchung waren Aussagen von Angehörigen des Beamten. Sie berichteten, dass der Armeeveteran seit seiner Kindheit unter psychischen Problemen gelitten habe. Nach ihrer Einschätzung hätte er keine Dienstwaffe tragen und nicht im Streifendienst eingesetzt werden dürfen.
Die Familie erklärte zudem, der Beamte habe bereits in der Vergangenheit mehrfach gewalttätiges Verhalten gezeigt. Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, könnten sie Auswirkungen auf die Bewertung seiner Eignung für den Dienst haben.
Tom Homan sagte, dass der Beamte nach seiner Einschätzung die Sicherheitsprüfung möglicherweise nicht hätte bestehen dürfen, falls die erhobenen Vorwürfe zutreffen. Deshalb werde nun geprüft, ob alle vorgeschriebenen Kontrollen ordnungsgemäß durchgeführt wurden.
Das US-Heimatschutzministerium äußerte sich bisher nicht öffentlich zu der laufenden internen Untersuchung. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Der Fall hat auch politische Reaktionen ausgelöst. Mehrere demokratische Mitglieder des US-Kongresses forderten Informationen über die Auswahl, Ausbildung und Sicherheitsüberprüfung von ICE-Beamten. Sie verlangen mehr Transparenz bei den Einstellungsverfahren der Behörde.
Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der die US-Regierung ihre Einwanderungspolitik weiter verschärft. Im Rahmen dieser Maßnahmen sollten Tausende zusätzliche ICE-Beamte eingestellt werden, um die Zahl der Abschiebungen zu erhöhen.
Nach mehreren tödlichen Zwischenfällen ist das Vorgehen der Behörde zunehmend in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Kritiker fordern strengere Kontrollen bei der Auswahl und Ausbildung der Einsatzkräfte.
Nach vorliegenden Angaben sind seit Beginn der neuen Abschiebekampagne mindestens zehn Menschen im Zusammenhang mit Einsätzen der Einwanderungsbehörden ums Leben gekommen. Die einzelnen Fälle werden weiterhin untersucht.
Im Fall von Johan Sebastián Durán Guerrero erklärte das Heimatschutzministerium nach dem Vorfall, der Mann habe versucht, mit seinem Fahrzeug vom Einsatzort wegzufahren. Der Beamte habe seine Dienstwaffe eingesetzt, weil er eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit gesehen habe.
Die genauen Umstände des Einsatzes werden weiterhin geprüft. Ob die interne Untersuchung oder weitere Ermittlungen zu personellen oder rechtlichen Konsequenzen führen, ist derzeit noch offen. Die Ergebnisse der Überprüfung werden in den kommenden Wochen erwartet.

