Nach dem Auslaufen des »New Start«-Abkommens hat Russlands Präsident Wladimir Putin die Entwicklung der russischen Atomstreitkräfte als „absolute Priorität“ hervorgehoben. Diese Entwicklung sei entscheidend, um Russlands Sicherheit zu gewährleisten, eine wirksame strategische Abschreckung zu bieten und das globale Kräftegleichgewicht zu sichern. Putins Ansprache erfolgte anlässlich des »Tags des Verteidigers des Vaterlandes« und kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Er betonte zudem die Notwendigkeit, die Armee und Marine weiter zu stärken und aus den militärischen Erfahrungen des Ukraine-Konflikts zu schöpfen, um Gefechtsbereitschaft, Beweglichkeit und Einsatzfähigkeit unter allen Bedingungen zu verbessern.
Das »New Start«-Abkommen, das die atomaren Sprengköpfe der USA und Russlands auf maximal 1550 begrenzte, lief am 5. Februar aus. Bereits zuvor hatte der ehemalige US-Präsident Donald Trump eine Verlängerung abgelehnt, da er es als „schlecht ausgehandeltes Abkommen“ betrachtete, das „grob verletzt“ werde. Die Vereinbarung, die 2010 von Barack Obama und Dmitrij Medwedew unterzeichnet wurde, sah gegenseitige Kontrollen vor, um die Einhaltung der Begrenzungen zu überprüfen.
Trotz des Auslaufens signalisierten beide Seiten zuletzt Interesse an einem neuen Atomwaffenvertrag. Allerdings fordern die USA, China aufgrund seines wachsenden Atomwaffenarsenals in zukünftige Verhandlungen einzubeziehen. Moskau hingegen erklärte, es werde weiterhin einen „verantwortungsvollen“ Umgang mit seinen strategischen Atomfähigkeiten pflegen und die für sein Arsenal festgelegten Begrenzungen respektieren. Peking hat eine Einbeziehung jedoch zurückgewiesen, mit der Begründung, seine nuklearen Fähigkeiten seien von einer völlig anderen Größenordnung als die der Vereinigten Staaten und Russlands und die globale strategische Stabilität müsse gewahrt bleiben.
Historisch gesehen setzte Russlands Präsident Putin 2023 die Teilnahme an »New Start« aus, betonte aber gleichzeitig, sich weiterhin an die zentralen Mengenbegrenzungen halten zu wollen. Schätzungen zufolge verfügt Russland derzeit über etwa 5460 nukleare Sprengköpfe, die USA über 5180. China hat inzwischen schätzungsweise mehr als 600 einsatzfähige Sprengköpfe in seinem Arsenal. Diese Entwicklungen unterstreichen die komplexe und angespannte Lage der globalen Rüstungskontrolle in der aktuellen geopolitischen Landschaft.
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