Ein tragischer Todesfall hat den ersten Sieg der SG Flensburg-Handewitt in der Hauptrundengruppe 1 der European League überschattet. Während des Spiels gegen den französischen Club Montpellier HB kam es in der GP Joule Arena zu einem medizinischen Notfall. Trotz umgehend eingeleiteter Maßnahmen konnte das Leben des Fans nicht gerettet werden, wie der Club nach dem 40:35 (21:20)-Sieg mitteilte. SG-Geschäftsführer Holger Glandorf drückte sein tiefstes Beileid aus und betonte, dass der Handball und alles Sportliche in diesen schweren Stunden in den Hintergrund treten müssten. Schon früh im Spiel wurde es still in der Halle, Musik und Showprogramm wurden bis zur Bekanntgabe der traurigen Nachricht nach Spielende ausgesetzt, ein deutliches Zeichen der Anteilnahme und des Respekts vor dem Unglück.
Sportlich gesehen lieferten sich die beiden Teams ein intensives Duell. Zunächst zeigten sich die Franzosen von Montpellier HB aufmerksam in der Defensive und konzentriert im Angriff, was zu einem 8:10-Rückstand für die SG in der zwölften Minute führte. Doch die Mannschaft von Trainer Ales Pajovic kämpfte sich zurück und sicherte sich bis zur Halbzeit eine knappe 21:20-Führung. Die wahre Dominanz der Flensburger zeigte sich erst im letzten Viertel der Partie. Mit einer Serie von entscheidenden Aktionen, darunter die Paraden von Torhüter Benjamin Buric bei einem Siebenmeter von Benjamin Richert und später gegen Valentin Porte, sowie dem wichtigen Treffer von Niclas Kirkelökke zum 34:31, konnten die Norddeutschen den Vorsprung entscheidend ausbauen und das Spiel letztendlich souverän mit 40:35 für sich entscheiden.
Für die SG Flensburg-Handewitt war Patrick Volz mit neun Treffern der beste Werfer in dieser Neuauflage des Endspiels von 2025. Auf Seiten Montpelliers waren Porte und Leo Plantin jeweils fünfmal erfolgreich. Der Sieg ist für Flensburg sportlich von großer Bedeutung, um in der anspruchsvollen Hauptrundengruppe 1 Boden gutzumachen. Schon am kommenden Dienstag steht das Rückspiel in Südfrankreich an, ein weiteres wichtiges Match, das über die Platzierung in der Gruppe entscheiden wird. Trotz des Sieges blieb die Freude im Angesicht der Tragödie gedämpft.
Parallel dazu konnte der Handball-Rekordmeister THW Kiel seine Tabellenführung in derselben Hauptrundengruppe 1 der European League verteidigen. Die Kieler feierten einen 37:32 (18:15)-Auswärtssieg gegen den spanischen Vertreter Bidasoa Irun und führen die Gruppe nun mit makellosen 8:0 Punkten an, dicht gefolgt von Flensburg mit 6:2 Punkten. Die Gruppensieger qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale, während die Zweit- und Drittplatzierten noch Playoff-Spiele bestreiten müssen. Der Wettbewerb verspricht weiterhin Spannung im Kampf um die direkten Plätze und die besten Ausgangspositionen für die K.o.-Runde.

