Das russische Außenministerium hat erstmals offiziell den Tod von 16 Kamerunern im Krieg gegen die Ukraine bestätigt. Diese Mitteilung erfolgte am Montag über den staatlichen Rundfunk Kameruns und stellt die erste öffentliche Äußerung der zentralafrikanischen Regierung zur Beteiligung ihrer Bürger an diesem Konflikt dar. Die Familien der Verstorbenen wurden aufgerufen, sich umgehend mit den zuständigen Behörden in der Hauptstadt Jaunde in Verbindung zu setzen, um weitere Informationen zu erhalten und die notwendigen Schritte einzuleiten. Diese Bestätigung unterstreicht die globale Reichweite des Konflikts und die vielfältigen Nationalitäten, die auf beiden Seiten involviert sind, oft unter undurchsichtigen Umständen.
Eine diplomatische Note, die Reuters einsehen konnte, bezeichnet die Verstorbenen als „militärische Auftragnehmer kamerunischer Nationalität“, die in einer Zone für militärische Spezialoperationen eingesetzt waren – Russlands euphemistische Bezeichnung für den Krieg in der Ukraine. Trotz der Bestätigung bleiben wesentliche Fragen unbeantwortet: Weder aus der Mitteilung noch aus der diplomatischen Note geht hervor, wie genau die 16 Männer in russische Dienste gelangten. Auch der genaue Ort, der Zeitpunkt und die detaillierten Umstände ihres Todes wurden nicht offengelegt. Eine Anfrage an die russische Botschaft in Jaunde blieb zunächst unbeantwortet, was die Informationslücke weiter vertieft und Spekulationen über die Rekrutierungspraktiken anheizt.
Die Regierung in Kyjiw hatte bereits im Februar berichtet, dass mehr als 1700 Afrikaner für Russland kämpften, wobei Analysten von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgehen. Russland weist den Vorwurf der illegalen Rekrutierung afrikanischer Bürger vehement zurück. In Kamerun selbst hatte der Verteidigungsminister in einem internen Memo vom März 2025 seine Besorgnis über Soldaten geäußert, die das Land verlassen, um sich dem Krieg in der Ukraine anzuschließen. Das Reuters vorliegende Schreiben wies Kommandeure an, ihre Einheiten streng zu überwachen, um solche Abgänge zu verhindern und die Einhaltung der nationalen Vorschriften sicherzustellen.
Kamerun betont, offiziell keine Truppen ohne internationales oder regionales Mandat ins Ausland zu entsenden, und warnt seine Bürger eindringlich vor der Teilnahme an fremden Konflikten. Diese Haltung steht im Gegensatz zur Realität vieler Bürger, die möglicherweise aus wirtschaftlichen oder anderen Motiven angeworben werden. Zuletzt hatte der Kreml nach Aussage des kenianischen Außenministers Musalia Mudavadi zugestimmt, keine Kenianer mehr für den Kampf in der Ukraine zu rekrutieren, was auf diplomatische Bemühungen hindeutet, die Beteiligung afrikanischer Bürger einzudämmen. Zehntausende Ausländer kämpfen Berichten zufolge als „Kanonenfutter“ für Russland in der Ukraine, oft angeworben mit großen Versprechungen, die sich als tödlich erweisen.
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