Marius Borg Høiby, Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, sorgte am zweiten Verhandlungstag seines Vergewaltigungsprozesses in Oslo für Aufsehen. Der 29-Jährige präsentierte sich äußerst emotional und brach vor Gericht in Tränen aus. Er berichtete offen von einem exzessiven Leben, geprägt von “viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol”. Als Grund dafür nannte er sein “extrem hohes Bedürfnis nach Anerkennung”. Høiby äußerte, seit seinem dritten Lebensjahr von den Medien belästigt worden zu sein, was seine Lebensweise beeinflusst habe. Er fühle sich hauptsächlich als der Sohn seiner Mutter wahrgenommen.
Im Zentrum der Anklage stehen 38 Punkte, darunter vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht. Høiby wird vorgeworfen, eine Frau während einer Party in der Residenz des Kronprinzenpaares, dem Anwesen Skaugum, sexuell berührt und mit dem Finger in sie eingedrungen zu sein, während diese schlief. Er soll die Tat zudem gefilmt haben. Die mutmaßlich Betroffene hatte zuvor ausgesagt, sie habe sich nach einvernehmlichem, kurzem Sex auf einer Toilette an nichts mehr erinnern können. Høiby selbst erklärte vor Gericht, keinerlei Erinnerung an das sexuelle Berühren und Filmen der schlafenden Frau zu haben; er könne sich lediglich an einvernehmlichen Sex erinnern. Die schwersten Vorwürfe bestreitet er vehement.
Neben den Hauptvorwürfen räumte Høiby teilweise andere Taten ein, darunter Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogenmissbrauch und Verkehrsdelikte. Kurz vor Prozessbeginn wurde Høiby erneut von der Polizei aufgegriffen: Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Dies führte zu einer vierwöchigen Untersuchungshaft, ein Umstand, den seine Verteidigerin Ellen Holager Andenæs als “in keiner Weise glücklich” für den laufenden Fall bezeichnete. Diese erneute Festnahme wirft zusätzlich Schatten auf das Verfahren und seine Glaubwürdigkeit.
Kronprinz Haakon, 52, und Kronprinzessin Mette-Marit, 52, halten sich vom Prozess fern und haben angekündigt, ihn nicht kommentieren zu wollen. Marius Borg Høiby ist Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung, bevor sie Kronprinz Haakon heiratete. Obwohl er mit seinen Stiefgeschwistern aufwuchs, hatte er im Gegensatz zu ihnen nie eine öffentliche Rolle inne. Die Kronprinzessin selbst steht derzeit aufgrund ihrer früheren Kontakte zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Beschuss, was die familiäre Situation zusätzlich kompliziert und die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt.
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