Mit einer glanzvollen Abschlussfeier in der fast 2000 Jahre alten Arena von Verona sind die 25. Olympischen Winterspiele feierlich zu Ende gegangen. Um 22:41 Uhr erlosch das olympische Feuer und markierte damit das Ende eines sportlichen Spektakels auf Schnee und Eis. Kirsty Coventry, die neue Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), lobte die Spiele als „wahrhaft magisch“. Sie hob hervor, dass die Gastgeber in Italien – namentlich Mailand und Cortina d’Ampezzo – „Winterspiele der neuen Art“ veranstaltet und einen frischen Standard für zukünftige Austragungen gesetzt hätten. Die Athletinnen und Athleten standen noch einmal im Mittelpunkt, bevor die olympische Flagge übergeben wurde.
Ein Novum war, dass die Schlussfeier erstmals an einem Ort stattfand, an dem keinerlei Wettbewerbe ausgetragen wurden. Die Arena von Verona, bekannt für ihre großen Opernaufführungen, bot eine beeindruckende Kulisse für die Veranstaltung, die mit einer Ode an die italienische Oper begann. Ein Einspielfilm und Live-Auftritte von Opernfiguren begeisterten die über 8.000 Zuschauer. Die letzten Goldmedaillen der Spiele gingen an die Schwedin Ebba Andersson und den norwegischen Ski-Star Johannes Hoesflot Klaebo, der mit sechs Olympiasiegen der erfolgreichste Athlet war. Italien feierte derweil mit 30 Medaillen, darunter zehnmal Gold, einen historischen Erfolg. Für Deutschland gab es 26 Medaillen, wobei die Erfolge im Eiskanal maßgeblich waren. Die Rennrodler Tobias Wendl und Tobias Arlt, mit sieben Gold- und einer Bronzemedaille die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken, trugen die Fahne.
Obwohl die Wettkämpfe auf so viele Orte verteilt waren wie noch nie, erntete Italien international viel Applaus. Die Veranstalter meldeten den Verkauf von 1,3 Millionen Eintrittskarten. Aus dem deutschen Team, das mit einem Rekordaufgebot von 185 Athleten angereist war, waren bei der Abschlussfeier nur noch knapp 20 dabei, viele waren bereits abgereist. Dennoch zeigten die Verbliebenen vollen Einsatz, wie das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel mit einer Hebefigur demonstrierte. Neben der Feier gab es jedoch auch kritische Stimmen: Mehrere Hundert Menschen demonstrierten in Verona gegen die Spiele. Kritikpunkte waren unter anderem der Neubau oder enorme Ausbau von Sportstätten entgegen ursprünglicher Versprechen der „nachhaltigsten Spiele aller Zeiten“.
Die Olympischen Winterspiele wurden offiziell für beendet erklärt, doch der olympische Geist bleibt lebendig. Die nächsten Winterspiele sind für den 1. bis 17. Februar 2030 in Frankreich geplant, mit Nizza als Hauptort und weiteren Wettkämpfen in den französischen Alpen. Zuvor richten Los Angeles die nächsten Sommerspiele vom 14. bis 30. Juli 2028 aus, zum dritten Mal nach 1932 und 1984. Bereits in knapp zwei Wochen beginnen in Norditalien die Paralympics vom 6. bis 15. März, die das sportliche Spektakel in der Region fortsetzen werden. Die Abschlussfeier in Verona mit ihrer einzigartigen Mischung aus Sport und Kultur hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

