Die Staatsbibliothek Berlin am Potsdamer Platz, ein architektonisches Wahrzeichen der Stadt, wird ab 2030 für elf Jahre umfassend saniert. Das kündigte Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, an. Für die Generalsanierung sind Kosten von 1,1 Milliarden Euro veranschlagt, zu denen weitere 350 Millionen Euro für Risiken und Baupreissteigerungen hinzukommen. Ziel ist es, die denkmalgeschützte Architekturikone, die dringend sanierungsbedürftig ist, für die Zukunft fit zu machen und ihre Rolle als eine der größten Bibliotheken Deutschlands zu sichern. Das Mammutprojekt wird die Kulturlandschaft Berlins über ein Jahrzehnt prägen.
Die bevorstehende Generalsanierung stellt eine immense Herausforderung dar. Die zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehörende Bibliothek beherbergt über 5,4 Millionen Bücher und andere Medien, die während der Schließungsphase ausgelagert werden müssen. Das beeindruckende Gebäude, gelegen gegenüber der Berliner Philharmonie und neben der Neuen Nationalgalerie, erstreckt sich über eine Gesamtfläche von mehr als 110.000 Quadratmetern auf zwölf Etagen, von denen zwei unterirdisch liegen. Neben den umfangreichen Beständen der Staatsbibliothek ist dort auch das renommierte Ibero-Amerikanische Institut untergebracht, dessen Betrieb ebenfalls von den Maßnahmen betroffen sein wird.
Die Vorbereitungen für dieses Großprojekt an der Potsdamer Straße haben bereits begonnen und sollen bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein. Danach erfolgt die vollständige Schließung des Hauptgebäudes für die Dauer von elf Jahren – exakt die gleiche Zeitspanne, die auch für den ursprünglichen Bau benötigt wurde. Das inzwischen weltbekannte Gebäude wurde von 1967 bis 1978 als integraler Bestandteil des Berliner Kulturforums errichtet. Die Pläne dafür stammten vom renommierten Architekten Hans Scharoun, der zuvor bereits die ikonische Berliner Philharmonie entworfen hatte. Die Staatsbibliothek ist somit nicht nur ein Ort des Wissens, sondern auch ein Zeugnis der Nachkriegsarchitektur an der ehemaligen Grenze zwischen West- und Ostberlin.
Für alle Nutzer und Freunde der Staatsbibliothek gibt es jedoch auch eine erfreuliche Nachricht: Der zweite Standort der Bibliothek “Unter den Linden” bleibt während der gesamten Sanierungsphase des Hauptgebäudes geöffnet. Es ist vorgesehen, dass alle Bücher und Medien des Hauptgebäudes über eine zentrale Leihstelle am Standort Unter den Linden weiterhin verfügbar gemacht werden. Dies soll sicherstellen, dass der Zugang zu den umfangreichen Beständen der Staatsbibliothek auch während der langen Schließungszeit für Forschung, Studium und allgemeine Nutzung gewährleistet ist. So wird die Versorgung der Wissenschaft und Kultur in Berlin trotz der Mammutaufgabe aufrechterhalten.
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