Mitte Februar erwartet die Ukraine die ersten Drohnen aus einer deutschen Produktionsstätte. Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete in Kyjiw, eine funktionierende Produktionslinie sei bereits in Betrieb und er werde die erste Drohne erhalten. Er erwähnte zudem eine ähnliche Produktion in Großbritannien, die mit ukrainischer Technologie arbeitet. Diese Lieferungen signalisieren einen wichtigen Fortschritt in der Stärkung der ukrainischen Verteidigungsfähigkeiten und unterstreichen die wachsende internationale Unterstützung in kritischen Rüstungsbereichen. Die strategische Bedeutung von Drohnen im aktuellen Konflikt macht diese Entwicklung besonders relevant für Kyjiw.
Die Ukraine lässt ihre selbst entwickelten Kampfdrohnen in industriellen Stückzahlen in Deutschland bauen, im Auftrag des Kyjiwer Verteidigungsministeriums. Diese Kooperation wurde im Dezember 2025 beim Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforum in Berlin von Frontline Robotics (Ukraine) und Quantum Systems (Deutschland) bekannt gegeben. Der Leiter von Quantum Frontline Industries, Matthias Lehna, prognostizierte den Bau Zehntausender Drohnen pro Jahr. Geplant sind die Logistikdrohne Linsa, die Aufklärungsdrohne Zoom und der ferngesteuerte Maschinengewehr- und Granatwerferpunkt Buria. Quantum Systems steuert Infrastruktur, Skalierungs- und Automatisierungsexpertise bei, während Frontline Robotics Entwürfe, Personalschulung und NATO-Wartungskonzepte liefert.
Die Kooperation ist Teil der ukrainischen Initiative »Build with Ukraine«. Angesichts ständiger russischer Luftangriffe strebt Kyjiw die Verlagerung kriegswichtiger Waffenproduktion, insbesondere Drohnen, in verbündete Staaten wie Deutschland, Dänemark und Großbritannien an. Dies zielt darauf ab, die Produktionssicherheit zu erhöhen und eine kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten. Gleichzeitig versucht die Ukraine, die Ansiedlung westlicher Rüstungsfirmen direkt im Land zu fördern, um die heimische Industrie zu stärken und die Resilienz der Lieferketten zu verbessern. Diese zweigleisige Strategie ist entscheidend für die langfristige Verteidigungsfähigkeit der Ukraine.
Quantum Systems, der deutsche Partner, erfuhr Ende November eine signifikante Finanzierungsrunde von 180 Millionen Euro, wobei das Unternehmen mit drei Milliarden Euro bewertet wurde. Hauptinvestor war erneut der britische Finanzinvestor Balderton, was das Vertrauen in die Technologie und das Geschäftsmodell des Unternehmens unterstreicht. Neben der deutschen Produktion betreibt Quantum Systems bereits zwei Fabriken in der Ukraine. Dies zeigt das tiefgreifende Engagement des Unternehmens in der direkten Unterstützung des Landes. Die Aufklärungsdrohne »Vector AI« wurde bereits bei Testflügen in Bayern gesichtet.

