Der Bieterkampf um Warner Bros. hat eine überraschende Wendung genommen: Netflix hat seinen Rückzug aus dem Rennen um das legendäre Hollywood-Studio bekannt gegeben. Paramount Skydance, geführt von David Ellison, hat sich damit durchgesetzt und sticht den Streaming-Riesen aus. Was als einer der größten Übernahmewettbewerbe der Hollywood-Geschichte galt, findet damit ein dramatisches Ende, das selbst aus einem guten Drehbuch stammen könnte. Die Entscheidung von Netflix, das Angebot für Warner Bros. nicht weiter zu erhöhen, kam, nachdem Warner Bros. ein nochmals verbessertes Gebot von Paramount formal als „überlegen“ eingestuft hatte.
Die finanziellen Rahmenbedingungen spielten eine entscheidende Rolle für Netflix’ Entschluss. Das Unternehmen erklärte, der Deal sei angesichts des jüngsten Paramount-Angebots finanziell nicht mehr attraktiv. Zuvor hatte Netflix eine verbindliche Übernahmevereinbarung für das Studio- und Streaminggeschäft von Warner Bros. im Wert von knapp 83 Milliarden Dollar abgeschlossen. Der Verwaltungsrat von Warner Bros. hatte sogar an seiner ursprünglichen Empfehlung festgehalten, das Netflix-Angebot anzunehmen, und die Abstimmung auf den 20. März angesetzt, wobei die Vereinbarung mit Netflix bis dahin in Kraft bleiben sollte.
Paramount Skydance, unter der Führung von David Ellison, dem Sohn des Milliardärs Larry Ellison, bot dagegen 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten Warner Bros. Discovery Konzern, einschließlich seiner TV-Sender wie CNN. Dieses umfassendere Angebot, das Paramount direkt an die Aktionäre richtete, setzte Netflix erheblich unter Druck. Netflix’ Co-Chefs, Ted Sarandos und Greg Peters, betonten, dass ihre ausgehandelte Transaktion ursprünglich Mehrwert geschaffen und einen klaren Weg zur behördlichen Genehmigung geboten hätte. Die Disziplin in der Preisgestaltung blieb jedoch oberste Priorität.
Sarandos und Peters erklärten, die Übernahme von Warner Bros. sei für Netflix immer ein „Nice-to-have zum richtigen Preis“ gewesen, aber kein „Must-have um jeden Preis“. Sie äußerten die Überzeugung, die ikonischen Marken gut geführt und die Unterhaltungsindustrie gestärkt zu haben, doch der Punkt, an dem der Deal finanziell nicht mehr sinnvoll war, sei erreicht worden. David Ellison von Paramount zeigte sich indes als unnachgiebiger Bieter, der im Vorfeld sogar mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit appellierte. Mit dem Rückzug von Netflix ist der Bieterkampf nun beendet, und Paramount Skydance steht kurz davor, das legendäre Warner-Studio zu übernehmen.

