Der Streit bei Volkswagen verschärft sich. Die Gewerkschaft IG Metall hat am Montag massiven Widerstand gegen neue Umbaupläne angekündigt. Sie will verhindern, dass Volkswagen eine bereits vereinbarte Lösung wieder infrage stellt.
Eine Streikdrohung gibt es bisher nicht. Doch die Warnung der Gewerkschaft ist deutlich. Sollte das Unternehmen die frühere Vereinbarung ändern, könnte der Widerstand an vielen Volkswagen Standorten wachsen.
Am Freitag steht eine wichtige Sitzung des Aufsichtsrats an. Dort sollen drei verschiedene Vorschläge für die Zukunft des Konzerns beraten werden. Eine gemeinsame Lösung ist bislang nicht gefunden.
Für die Beschäftigten geht es um viel. Volkswagen prüft einen großen Umbau. Dieser könnte mehrere Werke treffen. Auch die Ausgliederung von Geschäftsbereichen ist möglich. Zudem könnten bis zu 50.000 weitere Arbeitsplätze wegfallen.
Der Konflikt läuft bereits seit Juli. Volkswagen und IG Metall ringen seitdem um die künftige Struktur des Unternehmens. Die jetzige Auseinandersetzung kommt weniger als zwei Jahre nach einer früheren Einigung.
Damals hatten beide Seiten nach langen und schwierigen Gesprächen ein Sparpaket vereinbart. Es gab auch Warnstreiks. Nun droht erneut ein harter Konflikt zwischen Management und Belegschaft.
Volkswagen steht vor großen wirtschaftlichen Problemen. Der Konzern muss mit hohen Kosten in Deutschland umgehen. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz aus Asien. Auch der wichtige chinesische Markt bleibt schwach. Neue Zölle erhöhen zusätzlich den Druck.
Finanzchef Arno Antlitz verteidigte den Kurs des Unternehmens. Volkswagen wolle Arbeitsplätze so gut wie möglich schützen. Zugleich seien Einschnitte nötig, wenn die Werke nicht ausreichend ausgelastet seien.
Für mehrere Standorte gebe es derzeit keinen ausreichenden Plan für eine neue Produktion, sagte Antlitz. Dazu gehören Hannover, Emden, Neckarsulm und Zwickau. Besonders für die betroffenen Regionen ist das eine große Sorge.
Nach Angaben von Antlitz würde Volkswagen einen dauerhaften Kostennachteil von rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr haben, wenn Überkapazitäten nicht abgebaut werden. Die Produktion könne dann nicht wirtschaftlich genug sein.
Die Gewerkschaft sieht die Lage anders. Sie will verhindern, dass Beschäftigte die Folgen der Probleme allein tragen. Für IG Metall geht es daher um den Erhalt von Arbeitsplätzen und Standorten.
Der Streit hat auch politische Folgen. Volkswagen gehört zu den größten privaten Arbeitgebern Deutschlands. Viele Städte und Regionen sind von den Werken abhängig. Ein großer Stellenabbau könnte deshalb auch die regionale Wirtschaft treffen.
In Sachsen wächst die Sorge um das Werk in Zwickau. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer forderte deshalb eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Beschäftigten und Politik.
Kretschmer sagte, alle Beteiligten müssten gemeinsam nach einer Lösung suchen. Die Folgen von Stellenabbau und geringerer Produktion sollten möglichst klein bleiben.
Zugleich müsse die Produktion in Deutschland wieder günstiger werden. Unternehmen müssten einfacher und kostengünstiger produzieren können. Nur dann könne die deutsche Autoindustrie im internationalen Wettbewerb bestehen.
Die Aufsichtsratssitzung am Freitag könnte nun eine wichtige Entscheidung bringen. Drei Umbaupläne liegen auf dem Tisch. Die Wahl eines Plans könnte den weiteren Kurs von Volkswagen bestimmen.
Sollte der Streit weiter wachsen, könnte es zu einer deutlichen Eskalation kommen. Auch eine außerordentliche Hauptversammlung der Aktionäre wäre möglich.
Für die Beschäftigten bleibt die Lage damit unsicher. Die Gewerkschaft hat klar gemacht, dass sie einen neuen Umbau nicht ohne Widerstand hinnehmen will. Das Management hält Einschnitte dagegen für nötig.
Der Konflikt zeigt damit ein größeres Problem der deutschen Autoindustrie. Volkswagen muss Kosten senken und zugleich neue Wege für seine Werke finden. Die Beschäftigten wollen ihre Arbeitsplätze sichern.
Die kommenden Tage könnten daher entscheidend sein. Die Sitzung des Aufsichtsrats wird zeigen, ob beide Seiten einen Kompromiss finden. Oder ob der Streit bei Volkswagen weiter eskaliert.

