Kubanische Behörden haben gegen sechs Überlebende eines Schusswechsels mit der Küstenwache Terrorismusvorwürfe erhoben. Die Angeklagten, allesamt in den USA lebende Kubaner, sollen versucht haben, die Regierung in Havanna mit Waffen an Bord eines Schnellboots aus Florida zu destabilisieren. Sie befinden sich in Untersuchungshaft und könnten mit langjährigen Haftstrafen oder sogar der Todesstrafe belegt werden, sollte eine Verurteilung erfolgen.
Der Vorfall ereignete sich letzte Woche in kubanischen Gewässern vor Villa Clara. Bei dem Gefecht zwischen der schwer bewaffneten Besatzung des US-registrierten Schnellboots und der Küstenwache kamen vier Menschen ums Leben, während sechs weitere Insassen sowie der Kommandant des kubanischen Schiffs verletzt wurden. An Bord des Bootes fanden die Behörden ein umfangreiches Waffenarsenal, darunter 14 Gewehre, 11 Pistolen und fast 13.000 Schuss Munition. Mindestens zwei der Personen an Bord waren US-Bürger, einer davon wurde getötet.
US-Politiker, darunter Außenminister Marco Rubio, äußerten Zweifel an der kubanischen Darstellung und forderten unabhängige Untersuchungen. Rubio betonte, es handele sich nicht um eine US-Operation und keine US-Staatsbediensteten seien beteiligt gewesen. Der Vorfall fällt in eine Zeit erhöhter Spannungen zwischen den USA und Kuba, die durch US-Sanktionen und die Unterbindung von Öllieferungen aus Venezuela an Kuba verschärft wurden, was die Wirtschaftskrise auf der Insel verschärfte.
Die Geschichte Kubas ist geprägt von wiederholten Versuchen bewaffneter Infiltration seit der Revolution von 1959, wobei die fehlgeschlagene Invasion in der Schweinebucht 1961 das bekannteste Beispiel ist. Damals versuchten vom US-Geheimdienst CIA ausgebildete Exilkubaner, Revolutionsführer Fidel Castro zu stürzen. Die jüngsten Ereignisse unterstreichen die anhaltende Komplexität und Brisanz der Beziehungen zwischen den beiden Ländern.
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