Die Olympischen Winterspiele fanden ihren glamourösen Abschluss in einer noch nie dagewesenen Kulisse: der fast 2000 Jahre alten Arena von Verona. Erstmals diente ein Ort, der keinerlei Wettbewerbe beherbergt hatte – weder in Mailand, Cortina d’Ampezzo noch anderen Austragungsorten – als Bühne für die Schlussfeier. Das Amphitheater, bekannt für seine sommerlichen Opern-Aufführungen, bot einen majestätischen Rahmen für das Event, das unter dem Motto „Beauty in Action“ stand. Italien, das Land der Mode und Musik, zelebrierte seine Fähigkeit, Schönheit in Emotion zu verwandeln. Opernsängerin Carolina López Moreno begeisterte das Publikum, während Vertreter der gastgebenden Städte stolz die italienische Flagge in das antike Stadion trugen.
Das Programm spiegelte die künstlerische Seele Italiens wider. Ein Kammermusik-Orchester bereicherte die Zeremonie nicht nur mit Klängen, sondern auch mit psychedelisch angehauchten Outfits. Ein Einspielfilm namens „A Night at the Opera“ ließ berühmte Opernfiguren wie aus Giuseppe Verdis „Aida“ und „Rigoletto“ von der Leinwand auf die Bühne treten und verschmolz Film mit Live-Performance. Ein Performer in mittelalterlich anmutendem Gewand verlieh der Veranstaltung eine zusätzliche mystische Note und gab zum Abschluss noch einmal alles, um das Publikum zu begeistern.
Die deutsche Delegation, die ursprünglich mit einem Rekordaufgebot von 185 Athletinnen und Athleten angereist war, war bei der Abschlussfeier auf knapp 20 Teilnehmer geschrumpft. Doch auch die verbliebenen deutschen Athleten zeigten vollen Einsatz und ließen sich die Stimmung nicht verderben. Ihre überdimensionierten Regenponchos, die vielleicht nicht ganz den italienischen Modeansprüchen entsprachen, hielten sie trocken. Das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel demonstrierte beeindruckend ihr Können und führte sogar eine Hebefigur auf, was den ungebrochenen olympischen Geist unterstrich.
Der feierliche Einzug der olympischen Flamme wurde von italienischen Langlauflegenden – Maurilio De Zolt, Marco Albarello, Giorgio Vanzetta und Silvio Fauner – gestaltet, deren Skianzüge augenzwinkernd vermuten ließen, sie seien direkt auf Skiern in die Arena geglitten. Mit einem herzlichen „Ciao, bella Italia!“ verabschiedete sich Italien von den Winterspielen. Der Blick richtet sich nun auf die Zukunft: In vier Jahren werden die nächsten Winterspiele in den malerischen französischen Alpen stattfinden und ein neues Kapitel der olympischen Geschichte aufschlagen.

