Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche hat ein dramatisches Geschäftsjahr hinter sich. Der Gewinn nach Steuern brach im vergangenen Jahr um 91,4 Prozent auf lediglich 310 Millionen Euro ein, nachdem das Unternehmen im Vorjahr noch fast 3,6 Milliarden Euro erwirtschaften konnte. Auch der Umsatz sank um knapp zehn Prozent auf rund 36,3 Milliarden Euro. Diese Zahlen spiegeln die enormen Herausforderungen wider, denen sich der Luxusautobauer gegenübersieht und markieren einen tiefgreifenden Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte.
Unter der Führung des neuen Vorstandschefs Michael Leiters, der im Januar antrat, wird Porsche nun umfassend neu aufgestellt. Leiters kündigte weitere Einsparungen und eine Neuausrichtung des Modellangebots an, mit dem Ziel, das Unternehmen “schlanker, schneller und die Produkte noch begehrenswerter” zu machen. Dazu gehört auch eine Ausweitung des Produktportfolios in margenstärkeren Segmenten. Ein bereits aufgesetztes Programm zur Verschlankung der Organisation wird nun verschärft, was “weiteren Stellenabbau einschließen” wird, dessen genaue Größenordnung noch mit den Sozialpartnern geklärt werden muss.
Die Gründe für den Gewinneinbruch sind vielfältig. Zu den größten Belastungsfaktoren zählen die stockenden Geschäfte in China, die hohen US-Zölle sowie die enttäuschende Nachfrage nach den Elektromodellen. Ex-Porsche-Chef Oliver Blume hatte bereits vor seinem Wechsel die Strategie angepasst und den Fokus wieder stärker auf Verbrennermodelle gelegt, um neue Impulse zu setzen. Diese Kehrtwende ist jedoch kostspielig und verursachte allein rund 2,4 Milliarden Euro. Zusätzlich belastete die Abwicklung der Batterietochter Cellforce das Geschäft, wodurch sich die Sonderkosten auf insgesamt rund 3,9 Milliarden Euro beliefen.
Für das laufende Jahr rechnet Michael Leiters weiterhin mit “sehr herausfordernden Marktbedingungen”, insbesondere in China und aufgrund geopolitischer Unsicherheiten. Die Maßnahmen zur Neuausrichtung dürften das Ergebnis 2025 erneut mit Einmaleffekten im hohen dreistelligen Millionenbereich belasten. Bis 2026 strebt Porsche einen Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro bei einer operativen Umsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent an. Die vorgeschlagene Dividende fällt mit 1,01 Euro je Vorzugsaktie und 1,00 Euro je Stammaktie deutlich geringer aus als im Vorjahr. Der Mutterkonzern Volkswagen, der ebenfalls schlechte Zahlen präsentierte, wird maßgeblich von den Porsche-Ergebnissen beeinflusst, wie Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies betonte, während er die hohen Arbeitskosten in Deutschland verteidigte und die Notwendigkeit betonte, durch Qualität und Attraktivität im Wettbewerb zu bestehen.

