Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat einen Großauftrag von der Bundeswehr erhalten. Der Vertrag hat ein Volumen von rund 1,04 Milliarden Euro, etwa 1,2 Milliarden US-Dollar. Er betrifft moderne Ausrüstung für Infanteriesoldaten im Programm „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“.
Der Auftrag wurde vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) vergeben. Es handelt sich um eine Abrufbestellung im Rahmen eines größeren Rahmenvertrags.
Der neue Auftrag umfasst 237 zusätzliche Zugsysteme sowie die Modernisierung bestehender Systeme. Die Lieferung ist für den Zeitraum von 2027 bis Ende 2029 geplant. Rheinmetall erwartet weitere Bestellungen, da der Bundestag bereits zusätzliche Mittel in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro genehmigt hat.
Der Gesamtvertrag wurde im Februar 2025 abgeschlossen und hat ein mögliches Volumen von bis zu 3,1 Milliarden Euro. Damit ist es der größte Soldatensystem-Vertrag dieser Art für Deutschland und Rheinmetall. Der Vertrag läuft bis Ende des Jahrzehnts.
Bisher wurden bereits 68 Systeme modernisiert und 24 neue Zugsysteme beschafft. Der Gesamtwert dieser Maßnahmen liegt bei rund 417 Millionen Euro. Mit dem neuen Auftrag wird die Bundeswehr insgesamt 353 Zugsysteme erhalten.
Ein Zugsystem besteht aus etwa 35 einzelnen Soldatensätzen. Dazu gehören moderne IT-Systeme, Kommunikationstechnik, Optik, Sensorik sowie Schutz- und Trageausrüstung.
Ziel des Programms ist es, die Infanterie technisch zu modernisieren. Die Systeme sollen die Kommunikation zwischen Soldaten und Fahrzeugen verbessern und den Datenaustausch im Einsatz erleichtern.
Rheinmetall ist als Generalunternehmer verantwortlich und koordiniert mehr als 30 Zulieferer. Das Unternehmen entwickelt und integriert die komplette digitale Soldatenausrüstung.
Die neue Ausrüstung ersetzt veraltete Technik und ermöglicht eine bessere digitale Vernetzung der Truppe. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt zur Modernisierung der Bundeswehr.
Das Projekt stärkt Deutschlands Fokus auf moderne Verteidigungstechnologie und bleibt ein zentraler Bestandteil der langfristigen Militärmodernisierung.

