Das Bahnprojekt Stuttgart 21 könnte sich erneut deutlich verzögern. Medienberichte deuten darauf hin, dass die Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs erst im Jahr 2031 erfolgen könnte. Offiziell bestätigt ist das bisher nicht. Die Deutsche Bahn will Ende Juni neue Informationen vorlegen.
Laut Berichten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und des SWR könnte der komplette Start des Projekts auf Dezember 2031 verschoben werden. Damit würde sich eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands weiter nach hinten verschieben als bisher geplant.
Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte, dass man sich nicht zu Spekulationen äußere. Stattdessen werde es nach dem Treffen des sogenannten Lenkungskreises Ende Juni eine offizielle Information geben. Diese Sitzung ist für den 26. Juni angesetzt.
Trotz der möglichen Verzögerung gibt es auch erste positive Signale für Fahrgäste. Laut Medienberichten könnten Reisende bereits ab Dezember 2027 erste Verbesserungen im Bahnverkehr in Stuttgart erleben. Dazu gehören kürzere Wege und weniger Umleitungen im Bereich des Hauptbahnhofs.
Das Projekt Stuttgart 21 ist seit vielen Jahren eines der größten Bauvorhaben der Deutschen Bahn. Der Bau begann bereits im Jahr 2010. Ursprünglich war die Eröffnung deutlich früher geplant. Bei Vertragsabschluss im Jahr 2009 war noch von einer Fertigstellung im Jahr 2019 die Rede.
Inzwischen hat sich der Zeitplan mehrfach verschoben. Eine ursprünglich geplante Teileröffnung Ende 2026 wurde bereits wieder abgesagt. Als Grund wurden unter anderem technische Probleme bei der Digitalisierung des Bahnknotens genannt.
Ein zentrales Element des Projekts ist der neue unterirdische Durchgangsbahnhof. Dieser ersetzt den bisherigen Kopfbahnhof in Stuttgart. Zusätzlich entstehen neue Gleise, Tunnel und weitere Bahnverbindungen in der Region.
Das Projekt ist Teil des größeren Bahnprogramms Stuttgart-Ulm. Dazu gehört auch die bereits eröffnete Schnellfahrstrecke zwischen Wendlingen und Ulm. Ziel ist eine schnellere und modernere Verbindung im Süden Deutschlands.
Besonders komplex ist die vollständige Digitalisierung des Bahnknotens. Züge sollen dort ausschließlich mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS fahren. Klassische Lichtsignale werden nicht mehr eingesetzt. Diese Umstellung gilt als technisch anspruchsvoll und wird als ein Grund für Verzögerungen genannt.
Auch die Kosten sind stark gestiegen. Ursprünglich war eine Finanzierung bis rund 4,5 Milliarden Euro vorgesehen. Aktuelle Schätzungen gehen jedoch von etwa 11,3 Milliarden Euro aus. Die zusätzlichen Kosten muss die Deutsche Bahn nach einem Gerichtsurteil selbst tragen.
Die Verzögerungen sorgen seit Jahren für Kritik und Diskussionen. Befürworter verweisen auf moderne Infrastruktur und bessere Anbindungen. Kritiker sehen vor allem hohe Kosten und lange Bauzeiten.
Wie es weitergeht, hängt nun von den Entscheidungen der Bahn Ende Juni ab. Dann soll ein neues offizielles Inbetriebnahmekonzept vorgestellt werden. Erst danach wird klar sein, ob sich der Start tatsächlich bis 2031 verschiebt oder ob es doch einen früheren Zeitplan gibt.

