Hunderte britische Urlauber verklagen den deutschen Reiseveranstalter TUI wegen angeblich katastrophaler Zustände in einem Fünf-Sterne-Resort auf den Kapverden. Das Riu Palace Santa Maria, das auf den ersten Blick mit Poollandschaft und Palmen traumhaft schön wirkt, soll die Ursache für schwere Krankheitsfälle gewesen sein. Die Kläger fordern von TUI einen Schadensersatz in Höhe von fünf Millionen Pfund, umgerechnet rund 5,7 Millionen Euro. Dies berichtet unter anderem der britische “Independent”. Die Vorwürfe richten sich direkt gegen den von TUI betriebenen Hotelkomplex auf der Insel Sal.
Der Kern der Anschuldigungen liegt in mangelhafter Hygiene, die zu einer Infektion Hunderter Urlauber mit Magen-Darm-Viren geführt haben soll. Berichten zufolge sollen unsachgemäß zubereitete Speisen und Getränke, unhygienische Schwimmbäder, streunende Hunde und von Kakerlaken befallene Zimmer die Ursache für die Erkrankungen gewesen sein. Eine Frau soll nach ihrem Aufenthalt im Riu-Hotel sogar verstorben sein, wie unter anderem die “Daily Mail” schreibt. Die betroffenen Touristen berichten von schweren Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen, die während oder kurz nach ihrem Urlaub auftraten.
Die aktuelle Klage gegen das Riu Palace Santa Maria ist Teil eines weitaus größeren Rechtsstreits. Seit dem Jahr 2022 sollen insgesamt rund 1500 Touristen nach oder während ihres Urlaubs auf den Kapverden erkrankt sein. In diesem Zusammenhang sollen auch sechs Menschen ihr Leben verloren haben, so die britische Zeitung “Daily Mirror”. Die nun eingereichte Sammelklage konzentriert sich zunächst auf 300 Fälle, die speziell das Hotel Riu Palace Santa Maria betreffen. Auffällig ist dabei die Diskrepanz zwischen den gravierenden Vorwürfen und den überwiegend positiven Bewertungen, die auf Buchungsportalen im Internet für das Hotel zu finden sind.
Die gerichtliche Verhandlung der Fälle wird für das kommende Jahr erwartet. Während die Kläger auf eine Entschädigung für ihre erlittenen Leiden drängen, weist der Reiseveranstalter TUI laut den vorliegenden Medienberichten jegliche Haftung für die gemeldeten Krankheitsfälle entschieden zurück. Die Entwicklung des Verfahrens wird mit Spannung erwartet, da es weitreichende Konsequenzen für TUI und die Reisebranche auf den Kapverden haben könnte. Der Ausgang des Rechtsstreits könnte präzedenzschaffend für ähnliche Fälle von Reisekrankheiten sein.

