Fast jeder fünfte Bus in Deutschland fällt bei der Hauptuntersuchung durch. Das zeigt ein aktueller Bericht des TÜV-Verbands. Geprüft wurden Reise- und Linienbusse in den Jahren 2024 und 2025. Insgesamt hatten 19,2 Prozent der Fahrzeuge erhebliche oder gefährliche Mängel. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren ist das ein deutlicher Anstieg. Damals lag die Quote um 5,1 Prozentpunkte niedriger. Die Zahlen sorgen für starke Diskussionen in der Verkehrsbranche.
Der TÜV-Verband spricht von einer klaren Warnung. Die Mängelquote steigt bereits das zweite Mal in Folge stark an. In den Jahren 2020 und 2021 lag der Wert noch bei 11,7 Prozent. Experten sagen, dass auch die Corona-Zeit damals eine Rolle gespielt haben könnte. Heute zeigt sich jedoch wieder ein klarer negativer Trend. Nur 69,8 Prozent der Busse kamen ohne Mängel durch die Prüfung. Das ist ein Rückgang von 5,6 Prozentpunkten im Vergleich zur vorherigen Auswertung.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei neuen Fahrzeugen. Schon ein Jahr nach der Neuzulassung fällt jeder zehnte Bus bei der Hauptuntersuchung durch. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor zwei Jahren. Auch bei fünf Jahre alten Bussen verschlechterte sich die Lage deutlich. Dort stieg der Anteil mit erheblichen Mängeln von 11,9 Prozent auf 21 Prozent. Die Prüfer sehen damit ein Problem, das nicht nur alte Fahrzeuge betrifft.
Auch ältere Busse zeigen deutliche Schwächen. Bei 17 bis 20 Jahre alten Fahrzeugen bestehen viele Probleme. Weniger als 60 Prozent dieser Busse kommen ohne Beanstandung durch die Prüfung. Typische Mängel sind Ölverlust, defekte Beleuchtung und Rost. Auch Risse und gebrochene Teile treten häufig auf. Mit steigendem Alter nehmen vor allem kleinere Mängel stark zu.
Der TÜV-Verband warnt vor Folgen für die Verkehrssicherheit. Viele der Probleme könnten bei regelmäßiger Wartung früh erkannt werden. Experten sagen, dass die Reparaturen meist einfach und günstig wären. Doch viele Busunternehmen stehen unter wirtschaftlichem Druck. Das kann dazu führen, dass Wartung und Pflege vernachlässigt werden. Dadurch kann die Sicherheit der Fahrgäste langfristig sinken.
Trotz der Kritik gilt der Bus grundsätzlich als sehr sicheres Verkehrsmittel. Der Verband betont, dass die meisten schweren Unfälle durch menschliche Fehler entstehen. Technische Mängel können jedoch ebenfalls eine Rolle spielen. Deshalb fordert der TÜV-Verband mehr Kontrolle und bessere Wartung. Ziel ist es, Risiken früh zu erkennen und zu vermeiden.
Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen widerspricht der Kritik. Die Unternehmen würden Sicherheit sehr ernst nehmen. Es gebe keinen bewussten Verzicht auf Wartung aus Kostengründen. Stattdessen sieht der Verband ein technisches Problem. Moderne Busse seien komplexer und schwieriger zu warten als früher. Das führe zu höheren Anforderungen bei der Prüfung.
Nach Ansicht der Branche liegt ein Teil der Verantwortung bei den Herstellern. Neue Busse müssten bessere Qualitätsstandards erfüllen. Wenn bereits junge Fahrzeuge durch die Prüfung fallen, sei das ein strukturelles Problem. Hersteller und Lieferketten müssten nachbessern, um die Sicherheit langfristig zu sichern.
Die Diskussion zeigt zwei unterschiedliche Sichtweisen. Der TÜV warnt vor Wartungsmängeln im Betrieb. Die Branche verweist dagegen auf technische Komplexität und Herstellerqualität. Klar bleibt: Die Zahl der Mängel steigt deutlich und sorgt für wachsende Sorgen in Deutschland.

