Kurz vor dem Start der indirekten Atomgespräche in Genf intensivieren die USA und Iran ihre militärischen Drohgebärden. Das US-Militär hat seine Präsenz im Nahen Osten erheblich verstärkt, einschließlich Luft- und Seestreitkräften. Diese Truppenaufstockung dient Berichten zufolge sowohl der Einschüchterung Teherans als auch der Vorbereitung auf eine mögliche militärische Intervention, sollte die diplomatische Lösung im Atomstreit scheitern. Die angespannte Lage erhöht den Druck auf die Verhandlungen, die auf eine Deeskalation abzielen sollen, aber unter einem Schatten militärischer Machtdemonstrationen stehen.
Zuletzt wurde die Position des Flugzeugträgers USS “Abraham Lincoln”, begleitet von weiteren Kampfschiffen und Flugzeugen, von der BBC mithilfe von Satellitenbildern vor der Küste Omans, etwa 700 Kilometer von Iran entfernt, bestätigt. Dieser hochmoderne, atomgetriebene Flugzeugträger ist Teil einer massiven Machtdemonstration. US-Präsident Donald Trump kündigte zudem die baldige Entsendung eines weiteren Flugzeugträgerverbands, möglicherweise der USS “Gerald R. Ford”, in die Region an. Diese militärischen Bewegungen sind ein klares Signal der Vereinigten Staaten an Iran, sich an den Verhandlungstisch zu begeben und eine Einigung zu erzielen, andernfalls drohen “Konsequenzen”.
Die Verhandlungen selbst, die unter Vermittlung des Golfstaats Oman stattfinden, konzentrieren sich primär auf Irans umstrittenes Atomprogramm. Die USA bestehen darauf, dass Iran keine Atomwaffen entwickelt und bieten im Gegenzug die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen an. Teheran wiederum ist bereit, sein Nuklearprogramm zu begrenzen, lehnt jedoch Gespräche über sein Raketenarsenal oder die Unterstützung militanter Gruppen, wie von den USA gefordert, strikt ab. Diese indirekten Gespräche, bei denen US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner mit Irans Außenminister Abbas Araghchi verhandeln, sind die zweite Runde in diesem anhaltenden Konflikt.
Iran reagiert auf die US-Drohkulisse ebenfalls mit militärischen Manövern. Die iranischen Revolutionswächter begannen laut Staatsmedien unmittelbar vor den Genfer Gesprächen eine Militärübung in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Diese Aktion wird als Reaktion auf “potenzielle Sicherheits- und militärische Bedrohungen” seitens der USA dargestellt. Teheran hat in der Vergangenheit wiederholt gedroht, diese Wasserstraße, durch die etwa 20 Prozent der weltweiten Ölproduktion transportiert werden, zu blockieren. Die gegenseitigen Machtdemonstrationen unterstreichen die kritische Phase, in der sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern befinden, während die Welt gespannt auf die Ergebnisse der diplomatischen Bemühungen wartet.
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