Die Lage im Nahen Osten spitzt sich dramatisch zu: US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem vierwöchigen Krieg im Iran. Nach dem Tod des Obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei sinnt das Regime in Teheran auf Vergeltung und hat Raketen auf Israel, Bahrain, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert. Dort befinden sich wichtige US-Militärstützpunkte. Die USA haben ihrerseits das Hauptquartier der iranischen Revolutionswächter zerstört. Diese Eskalation birgt gravierende wirtschaftliche Folgen, da die Blockade der Straße von Hormus, einer zentralen Transportroute für Öl und Gas, die Sorge vor einer globalen Wirtschaftskrise und rasant steigenden Ölpreisen schürt. Tausende Touristen sitzen bereits in der Golfregion fest.
Das iranische Regime ist zwar erniedrigt, aber noch intakt. Mein Kollege Fritz Schaap spekuliert, ob es zu einem geordneten Übergang, einer militärischen Machtübernahme mit verstärkter Unterdrückung oder einem Volksaufstand kommen wird. Während der Staatsapparat offizielle Trauer inszeniert, zeigen Videos jubelnde Menschen und stürzende Ayatollah-Statuen, was die Hoffnung auf ein Ende der Herrschaft vieler Iraner unterstreicht. Donald Trump sicherte der iranischen Bevölkerung seine Unterstützung zu und setzt offen auf einen Regimewechsel, wobei jedoch auch dunklere, eigennützige Motive vermutet werden, die im Artikel beleuchtet werden. Die USA und Israel setzen auf Luftschläge, doch die Wirksamkeit eines erzwungenen Wandels von außen bleibt fraglich.
Vor diesem Hintergrund bricht Kanzler Friedrich Merz zu einer heiklen Mission nach Washington auf, um US-Präsident Donald Trump zu treffen. Seine Reise gleicht einem Drahtseilakt: Er muss die amerikanischen und israelischen Luftschläge verteidigen, zugleich aber auch Zweifel an deren langfristigem Erfolg äußern, um die europäischen Erwartungen zu erfüllen. Gleichzeitig darf Merz Trump nicht verprellen, denn die Unterstützung der USA ist für die Ukraine von entscheidender Bedeutung. Der schwelende Zollstreit und die interne Spaltung der MAGA-Bewegung über den Iran-Angriff machen die Gespräche zusätzlich kompliziert. Konstantin von Hammerstein, der Merz begleitet, hebt die schwierige Balance hervor, die Merz finden muss, um sowohl Europas Wunsch nach Distanz als auch die Notwendigkeit amerikanischer Hilfe zu berücksichtigen.
Neben dem Nahost-Konflikt und der diplomatischen Herausforderung wirft auch die Wahl des Betriebsrats in Elon Musks Tesla-Gigafabrik in Grünheide Schlagzeilen. Die rund 10.700 Beschäftigten wählen in dieser Woche, und der Wahlkampf hat sich zu einer regelrechten Schlammschlacht entwickelt. Der libertäre Geist des Silicon Valley kollidiert hier mit der deutschen Mitbestimmungstradition. Elon Musk wünscht sich einen gefügigen Betriebsrat und betrachtet Gewerkschaften als Eingriff in seine unternehmerische Freiheit, während die IG Metall mit Laura Arndt die Mehrheit anstrebt. Berichte über Drohungen, Beschimpfungen und Strafanzeigen prägen das Bild. Weitere Themen sind die Erfolgsgeschichte der Anlegerin Sarah, die Schließung des Görlitzer Parks und die Abwanderung von Lehrkräften aus dem Schuldienst.

