Der Italiener Luca Parmitano wird als erster Europäer an einer Nasa-Mondmission teilnehmen. Der 49-jährige ESA-Astronaut wurde offiziell als Teil der Crew für die Mission Artemis 3 vorgestellt. Damit setzt sich Parmitano gegen mögliche Kandidaten aus anderen europäischen Ländern durch, darunter auch Deutschland.
Die Entscheidung wurde von der US-Raumfahrtbehörde NASA bestätigt. NASA-Chef Jared Isaacman erklärte, dass Parmitano Teil einer vierköpfigen Crew sein wird. Neben ihm sollen die US-Astronauten Andre Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik an der Mission teilnehmen. Als Ersatz ist Bob Hines vorgesehen.
Die Auswahl des Italieners hängt laut der Europäischen Weltraumorganisation ESA stark mit dem Anforderungsprofil der NASA zusammen. ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher erklärte, dass gezielt ein Testpilot gesucht wurde. Innerhalb des europäischen Astronautenkorps erfülle nur Luca Parmitano dieses Kriterium.
Parmitano ist seit 2009 Mitglied der ESA. Er wurde an der italienischen Luftwaffenakademie ausgebildet und gehört zu den erfahrensten europäischen Astronauten. Er war bereits zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS im Einsatz und nahm dort an komplexen Andockmanövern teil. Bei der Vorstellung der Crew in Houston sagte er, er fühle sich geehrt, diese Rolle übernehmen zu dürfen.
Die ursprünglichen Erwartungen hatten in Europa teilweise anders ausgesehen. Noch im vergangenen Jahr war davon ausgegangen worden, dass ein deutscher Astronaut als erster Europäer an einer Mondmission teilnehmen könnte. ESA-Chef Aschbacher hatte diese Möglichkeit bei einem Raumfahrtgipfel in Bremen in Aussicht gestellt. Damals war jedoch noch eine klassische Mondlandung im Rahmen von Artemis 3 geplant.
Das NASA-Mondprogramm hat sich inzwischen jedoch verändert. Artemis 3 soll nun nicht mehr direkt auf dem Mond landen, sondern zunächst in die Erdumlaufbahn gehen. Dort sollen wichtige Technologien getestet werden, darunter auch die Mondlandefähre des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX.
Das Artemis-Programm verfolgt langfristig das Ziel einer dauerhaften menschlichen Präsenz auf dem Mond. Die NASA plant, in den kommenden Jahren weitere Missionen durchzuführen, darunter Artemis 4 und Artemis 5. Diese könnten nach aktuellen Plänen bereits 2028 starten. Die Ziele gelten jedoch als technisch anspruchsvoll und zeitlich ambitioniert.
Für Europa bleibt die Beteiligung an der Mondexploration dennoch strategisch wichtig. Durch die Auswahl Parmitanos steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch Deutschland bei künftigen Missionen stärker berücksichtigt wird. Als mögliche deutsche Kandidaten gelten die erfahrenen ESA-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer.
Beide haben bereits mehrfach betont, dass sie bereit wären, an einer Mondmission teilzunehmen. Dennoch ist unklar, ob sie tatsächlich den Mond betreten werden. Nach aktuellem Stand sollen nur zwei der vier Crew-Mitglieder der späteren Artemis-Missionen eine Landung durchführen. Diese Aufgabe dürfte voraussichtlich US-Astronauten vorbehalten bleiben.
Mit dem erfolgreichen Artemis-2-Testflug hat das NASA-Programm bereits einen wichtigen Schritt gemacht. Dabei flogen erstmals seit über 50 Jahren wieder Menschen in Mondnähe. Die aktuelle Artemis-3-Crew soll nun den nächsten Meilenstein vorbereiten und entscheidende Technologien für künftige Mondlandungen testen.

