Am heutigen Morgen haben Ermittler des Bundeskriminalamtes im Auftrag der Frankfurter Staatsanwaltschaft die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main sowie einen Standort des Geldhauses in Berlin durchsucht. Der Verdacht konzentriert sich auf mutmaßliche Geldwäsche. Medienberichten zufolge soll auch der russische Oligarch Roman Abramowitsch, der seit 2022 auf der Sanktionsliste der Europäischen Union steht, eine Rolle spielen. Abramowitsch ließ über seinen Anwalt mitteilen, ihm seien keine Ermittlungen deutscher Behörden gegen ihn bekannt, und er habe stets im Einklang mit den geltenden Gesetzen gehandelt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main führt das Ermittlungsverfahren gegen bislang unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank. Die Razzia kommt für das Institut zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, da für morgen die Bilanzpressekonferenz angesetzt ist. Ursprünglich wollte der Vorstand dort seine hohen Gewinne feiern, doch nun werden erneut Erinnerungen an die zahlreichen vergangenen Skandale der Bank wach.
In Sachsen-Anhalt ist Sven Schulze (CDU) heute mit klarer Mehrheit zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden. Er tritt die Nachfolge seines Parteikollegen Reiner Haseloff an und übernimmt dessen Koalition aus CDU, SPD und FDP ohne personelle Änderungen. Schulze steht nun vor einer immensen Aufgabe: Er muss im Eiltempo das Regieren lernen, gleichzeitig einen harten Wahlkampf führen und verhindern, dass Rechtsextremisten in Deutschland erstmals seit 1945 eine Regierung bilden. Die CDU strebt an, bei der kommenden Landtagswahl vor der AfD zu liegen und sämtliche Direktmandate zu gewinnen. Angesichts der jüngsten Umfragewerte, die die AfD bei 40 Prozent sahen und damit über zehn Prozentpunkte vor der CDU, erscheint dieses Ziel ambitioniert, wenn nicht gar illusorisch. Schulze verweist zwar auf die Landtagswahl 2021, bei der die AfD ebenfalls in Umfragen führte, jedoch am Wahltag verlor – damals trat jedoch Landesvater Haseloff an, was die damalige Situation erheblich unterschied.
Der weltberühmte US-Komponist Philip Glass, ein 88-jähriger Gigant der zeitgenössischen Musik, hat die für Juni im Kennedy Center in Washington geplante Uraufführung seiner „Lincoln“-Sinfonie abgesagt. Die Entscheidung des Komponisten erfolgte aus Protest gegen Werte, die dem Kulturzentrum, das nach Ansicht eines aktuellen US-Präsidenten in „Trump Kennedy Center“ umbenannt werden sollte, durch den ehemaligen Präsidenten Donald Trump als Vorsitzender des Direktoriums aufgezwungen wurden und der Botschaft seiner Sinfonie widersprechen. Glass, bekannt für epochale Werke wie die Oper „Einstein on the Beach“ und Filmmusiken wie zu „Koyaanisqatsi“, reiht sich damit in eine Riege zahlreicher Künstlerinnen, Künstler und Gruppen ein, die seit Trumps Amtsantritt Auftritte im Kennedy Center abgesagt haben. Am morgigen Freitag wird dort der rote Teppich für die Premiere einer Dokumentation über Donald Trumps Ehefrau Melania ausgerollt.
Weitere Nachrichten des Tages umfassen ein Urteil des Bundesgerichtshofs, wonach Mieter mit Untermiete keinen Gewinn erzielen dürfen, sowie Warnstreiks der Gewerkschaften Ver.di und GEW, die heute zu Einschränkungen an zahlreichen Unikliniken und Dutzenden Hochschulen führen. An der Hamburger Universität der Bundeswehr wird zudem wegen des Verdachts auf Drogendelikte ermittelt, wobei bereits Durchsuchungen und disziplinarische Maßnahmen stattgefunden haben. Aus dem aktuellen „Dschungelcamp“ berichtet meine Kollegin Anja Rützel über die laientherapeutischen Gespräche zwischen Umut und Stephen. Der US-Außenminister Marco Rubio enthüllte dem Magazin „New York“, dass er sich bei Nickerchen an Bord der Air Force One unter einer Decke versteckt, um nicht von seinem Chef Donald Trump schlafend ertappt zu werden. Und der britische Schauspieler James McNicholas wird auf Instagram zum Star, indem er Popsong-Texte mit theatralischem Pathos vorträgt, auf der Suche nach „versteckter Tiefe in flachen Popsongs“.

