Deutschland hat einen wichtigen Schritt bei der Erneuerung seiner Luftwaffe gemacht. In Texas wurde am Freitag der erste F-35-Kampfjet für Deutschland offiziell vorgestellt. Vertreter aus Deutschland und den USA nahmen an der Zeremonie im Werk von Lockheed Martin in Fort Worth teil.
Die neue Maschine soll künftig eine wichtige Rolle in der deutschen Luftverteidigung übernehmen. Zugleich soll sie Deutschlands Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung der NATO stärken. Bei der Veranstaltung hoben Vertreter beider Länder die enge militärische Zusammenarbeit hervor.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete den ersten deutschen F-35 als sichtbares Zeichen der engen Verbindung zwischen Deutschland und den USA. Er sagte, das Flugzeug stehe für die transatlantische Zusammenarbeit und für Deutschlands Einsatz für die gemeinsame Sicherheit.
Nach den Worten von Pistorius will Deutschland seine Fähigkeit zur eigenen Verteidigung weiter ausbauen. Gleichzeitig soll die Bundeswehr stärker zur Sicherheit ihrer Partner beitragen. Die F-35 sei dabei ein wichtiger Teil der künftigen deutschen Verteidigungsplanung.
Auch die US-Seite stellte die Bedeutung des Projekts heraus. Dan Zimmerman, der derzeit Aufgaben im Bereich Beschaffung und Unterstützung wahrnimmt, bezeichnete Deutschland als verlässlichen Partner. Der Kauf der Flugzeuge zeige die gemeinsamen Ziele beider Länder im Bereich der Sicherheit.
Zimmerman verwies zudem auf die langfristige Zusammenarbeit zwischen Berlin und Washington. Die F-35 sei nicht nur ein neues Flugzeug für die deutsche Luftwaffe. Das Programm zeige auch die enge Verbindung zwischen den Streitkräften beider Länder.
Deutschlands Entscheidung für die F-35 kam nach einer deutlichen Veränderung der Sicherheitslage in Europa. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine begann Berlin, seine Verteidigungsplanung schneller umzusetzen. Dabei rückte auch die Modernisierung der Luftwaffe stärker in den Mittelpunkt.
Deutschland bestellte im Jahr 2022 insgesamt 35 F-35A. Der Vertrag hatte einen Wert von rund 8,8 Milliarden US-Dollar. Die neuen Flugzeuge sollen ältere Systeme ersetzen und Deutschland neue Fähigkeiten für Luftverteidigung und Bündniseinsätze geben.
Eine weitere Aufgabe betrifft die nukleare Teilhabe der NATO. Deutschland beteiligt sich innerhalb des Bündnisses an dieser Aufgabe. Die F-35 soll künftig die dafür benötigten Fähigkeiten der deutschen Luftwaffe unterstützen.
Unterdessen gibt es auch Gespräche über einen möglichen weiteren Kauf. Hintergrund ist unter anderem die Entwicklung des europäischen Kampfflugzeugprojekts Future Combat Air System. Das Projekt von Deutschland, Frankreich und Spanien erlitt in diesem Jahr einen schweren Rückschlag.
Die F-35 wird von vielen Streitkräften als modernes Mehrzweckkampfflugzeug eingesetzt. Sie verbindet Tarnkappentechnik mit modernen Sensoren. Zudem kann sie Daten mit anderen Flugzeugen und Einheiten austauschen. Diese Vernetzung ist ein wichtiger Teil ihres Einsatzkonzepts.
Die ersten deutschen Maschinen sollen zunächst in den USA für die Ausbildung genutzt werden. Nach Angaben von Lockheed Martin werden die ersten acht Flugzeuge noch in diesem Jahr zur Ebbing Air National Guard Base in Arkansas gebracht.
Dort sollen deutsche Piloten und Techniker für den Betrieb der F-35 geschult werden. Die Ausbildung in den USA soll den späteren Übergang zum Einsatz in Deutschland erleichtern.
Die ersten F-35, die von Deutschland betrieben werden, sollen Ende 2027 in Deutschland eintreffen. Bis dahin müssen Personal, Wartung und weitere Strukturen auf das neue Flugzeug vorbereitet werden.
Lockheed-Martin-Luftfahrtchef OJ Sanchez sagte, sein Unternehmen unterstütze Deutschland bei der Einführung der F-35. Die Zusammenarbeit zwischen dem Konzern und Deutschland bestehe seit mehr als fünf Jahrzehnten.
Sanchez verwies auf die langfristige Bedeutung des Programms. Die neuen Flugzeuge sollen der deutschen Luftwaffe moderne Fähigkeiten geben und zugleich die Zusammenarbeit mit anderen europäischen NATO-Staaten erleichtern.
Die Vorstellung des ersten deutschen F-35 erfolgte wenige Tage nach einem Besuch von Pistorius in Washington. Dort traf er US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Im Mittelpunkt standen die Sicherheitsbeziehungen und die Zusammenarbeit der Verteidigungsindustrie.
Beide Seiten betonten dabei die Bedeutung ihrer militärischen Partnerschaft. Deutschland und die USA unterzeichneten zudem eine Absichtserklärung zur weiteren Zusammenarbeit zwischen ihren Verteidigungsindustrien.
Mit dem ersten deutschen F-35 beginnt damit eine neue Phase der Modernisierung der Luftwaffe. In den kommenden Jahren wird Deutschland Personal ausbilden, Infrastruktur anpassen und weitere Maschinen übernehmen. Die F-35 soll dabei ein wichtiger Bestandteil der deutschen Luftstreitkräfte und des NATO-Verteidigungsbeitrags werden.

