Deutschland baut seine Rolle innerhalb der NATO weiter aus. Das machten US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bei einem gemeinsamen Treffen deutlich. Beide Politiker betonten die Notwendigkeit höherer Investitionen, einer stärkeren Industrie und einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Verbündeten.
Hegseth verwies auf die Forderung, dass NATO-Staaten mehr Geld für ihre Verteidigung bereitstellen sollen. Als Ziel gilt ein Anteil von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Nach seinen Worten reicht es jedoch nicht aus, nur die Budgets zu erhöhen. Ebenso wichtig seien eine höhere Einsatzbereitschaft der Streitkräfte, eine stärkere Waffenproduktion und größere militärische Beiträge der Mitgliedsländer.
Der US-Minister bezeichnete diesen Wandel als „NATO 3.0“. Er erklärte, Deutschland habe bei diesem Prozess eine führende Rolle übernommen. Nach seiner Einschätzung seien Fortschritte erreicht worden, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wären. Deutschland komme seinen Verpflichtungen näher und setze die beim NATO-Gipfel in Den Haag vereinbarten Ziele um.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau der Verteidigungsindustrie. Hegseth sagte, die starke industrielle Basis Deutschlands könne einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Allianz leisten. Er betonte, dass sowohl Europa als auch Nordamerika ihre Produktionskapazitäten erhöhen müssten, um künftigen Herausforderungen begegnen zu können.
Nach seinen Angaben verfolgt auch die USA dieses Ziel. Die amerikanische Regierung wolle die heimische Industrie stärken, neue Arbeitsplätze schaffen und die Produktion wichtiger Güter ausbauen. Diese Strategie soll die militärische Versorgung langfristig sichern.
Während des Treffens unterzeichneten beide Länder zudem eine Vereinbarung zur engeren Zusammenarbeit im Bereich Beschaffung und Produktion. Die Vereinbarung verbindet die amerikanischen Reformen im Beschaffungswesen mit den deutschen Maßnahmen zur schnelleren Beschaffung militärischer Ausrüstung.
Hegseth erklärte, dass dadurch neue Chancen für gemeinsame Projekte entstehen. Dazu zählen Entwicklung, Produktion und Fertigung von militärischen Systemen. Auch Wartung und technische Unterstützung sollen verbessert werden. Das Ziel sei es, moderne Ausrüstung schneller und in größerer Zahl bereitzustellen.
Pistorius hob hervor, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben deutlich erhöht habe. Das Land unterstütze die Ziele der NATO und wolle einen größeren Beitrag zur gemeinsamen Sicherheit leisten. Er erklärte, Europa sei bereit, mehr Verantwortung für die Verteidigung des Kontinents zu übernehmen.
Nach Angaben des Ministers stiegen die deutschen Verteidigungsausgaben innerhalb eines Jahres um 25 Prozent. Das entspreche etwa 147 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel fließen in neue Fähigkeiten, moderne Technologien und den Ausbau der Streitkräfte.
Deutschland investiert zudem in neue Waffensysteme. Dazu gehören Projekte im Bereich Raumfahrt sowie Systeme für präzise Angriffe über große Entfernungen. Pistorius kündigte außerdem an, dass Deutschland in Kürze sein erstes Kampfflugzeug vom Typ F-35A präsentieren werde.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung der NATO-Ostflanke. Deutschland beteiligt sich an Maßnahmen zur Stärkung der Abschreckung in Europa. Dazu gehört auch die Stationierung einer Panzerbrigade in Litauen. Nach Ansicht der Bundesregierung trägt dies zur Sicherheit der Allianz bei.
Pistorius betonte zudem die Bedeutung der Unterstützung für die Ukraine. Deutschland wolle gemeinsam mit seinen Partnern dazu beitragen, die Stabilität in Europa zu sichern. Die Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses bleibe dafür entscheidend.
Die neue Vereinbarung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten soll die Kooperation im Rüstungsbereich weiter vertiefen. Nach Angaben beider Seiten schafft sie die Grundlage für eine engere industrielle Zusammenarbeit und höhere Produktionskapazitäten.
Zum Abschluss unterstrich Pistorius die Bedeutung einer stärkeren europäischen Rolle innerhalb der NATO. Er erklärte, dass Europa mehr Verantwortung übernehmen müsse, damit die transatlantische Partnerschaft langfristig erfolgreich bleibt.
Deutschland sehe sich dabei als aktiver Partner innerhalb der Allianz. Gemeinsam mit den europäischen Verbündeten und den Vereinigten Staaten wolle das Land die Verteidigungsfähigkeit stärken und die Widerstandskraft des Bündnisses weiter ausbauen. Damit soll die NATO auf künftige Herausforderungen besser vorbereitet werden.

