Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat sich vor Oktober deutlich verschlechtert. Vor allem die hohen Energiepreise belasten die Erwartungen der Haushalte. Viele Menschen rechnen mit einem Rückgang ihrer verfügbaren Einkommen. Zugleich steigt die Bereitschaft, Geld zu sparen.
Der entsprechende Konsumklima-Index sank auf minus 30,6 Punkte. Im September hatte der Wert nach einer neuen Berechnung noch bei minus 26,8 Punkten gelegen. Damit fiel der Rückgang stärker aus als erwartet. Eine Umfrage unter Experten hatte einen Wert von minus 27,4 Punkten prognostiziert.
Die Ergebnisse stammen aus einer gemeinsamen Erhebung des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen und GfK. Für die aktuelle Untersuchung wurden zwischen dem 3. und 14. September rund 2.000 Menschen befragt.
Energiepreise drücken auf Einkommen
Besonders stark fiel der Blick der Verbraucher auf ihre finanzielle Lage aus. Die Einkommenserwartungen gingen um 16,7 Punkte zurück. Der Teilindex erreichte damit minus 15,0 Punkte.
Das ist der niedrigste Wert seit April 2026. Damals lagen die Erwartungen ebenfalls unter Druck. Kurz danach wurde ein Rabatt auf Kraftstoffe eingeführt.
Nach Einschätzung von Rolf Bürkl, dem Experten für das Konsumklima beim NIM, sorgen die hohen Energiepreise für mehr Vorsicht. Viele Haushalte gehen davon aus, dass steigende Kosten ihre Kaufkraft weiter schwächen.
Diese Entwicklung kann auch den privaten Konsum bremsen. Wenn ein größerer Teil des Einkommens für Energie und andere Grundkosten benötigt wird, bleibt weniger Geld für andere Ausgaben.
Verbraucher sparen wieder mehr
Gleichzeitig nahm die Sparneigung deutlich zu. Sie stieg um sechs Punkte auf 21,5 Punkte. Damit erreichte sie den höchsten Stand seit der Finanzkrise im Jahr 2008.
Besonders Haushalte mit höheren Einkommen zeigen eine größere Bereitschaft zum Sparen. Die Entwicklung deutet auf eine zunehmende Vorsicht bei den privaten Finanzen hin.
Die Kaufbereitschaft entwickelte sich dagegen nur wenig. Sie sank um einen Punkt auf minus 10,8 Punkte. Vor einem Jahr lag sie bei minus 11,6 Punkten.
Damit bleibt die Kauflaune seit längerer Zeit schwach. Der Wert bewegt sich bereits seit mehr als drei Jahren auf einem ähnlichen Niveau.
Wirtschaftliche Erwartungen steigen
Ein anderes Bild zeigt sich bei den Erwartungen an die deutsche Wirtschaft. Dieser Teilindex verbesserte sich um 0,5 Punkte auf minus 3,4 Punkte.
Es war bereits der fünfte Anstieg in Folge. Die Verbraucher bewerten die wirtschaftliche Entwicklung damit etwas weniger negativ als zuvor.
Ein Grund dafür ist die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im ersten Halbjahr 2026. Die Konjunktur zeigte sich besser als von vielen Beobachtern erwartet.
Trotz dieser Verbesserung bleibt die Stimmung insgesamt schwach. Die positiven Wirtschaftserwartungen reichen derzeit nicht aus, um die Sorgen über Einkommen und Energiepreise auszugleichen.
Konsum bleibt unter Druck
Das Konsumklima soll zeigen, wie sich das Verhalten der Verbraucher im folgenden Monat entwickeln könnte. Ein Wert unter null deutet auf einen Rückgang des privaten Verbrauchs im Vergleich zum Vorjahr hin.
Nach Angaben der Institute entspricht eine Veränderung um einen Punkt etwa einer Veränderung des privaten Konsums um 0,1 Prozent im Jahresvergleich.
Für Oktober zeichnet sich damit weiterhin ein vorsichtiges Verhalten der Verbraucher ab. Hohe Energiekosten bleiben ein wichtiger Belastungsfaktor.
Auch die stärkere Sparneigung könnte den Konsum bremsen. Haushalte halten eher Geld zurück, wenn sie mit höheren Kosten oder unsicheren Einkommen rechnen.
Die Entwicklung der kommenden Monate hängt deshalb stark von den Energiepreisen und der wirtschaftlichen Lage ab. Eine Verbesserung der Einkommenserwartungen könnte die Kauflaune wieder stärken. Bis dahin bleiben die deutschen Verbraucher jedoch zurückhaltend.

