Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Bayer Leverkusen herrscht beim FC Bayern München großes Unverständnis und Zorn über die Leistung von Schiedsrichter Christian Dingert. Im Mittelpunkt der Kritik steht die Gelb-Rote Karte für Luis Díaz in der 84. Minute, die in den Reihen des deutschen Rekordmeisters auf absolutes Unverständnis stieß. Die Bayern-Spieler meldeten bereits auf dem Platz Gesprächsbedarf an, was die Eskalation der Emotionen nach der Partie verdeutlicht. Dieser Vorfall überschattet das sportliche Ergebnis und wirft Fragen nach der Entscheidungsfindung im modernen Fußball auf.
Joshua Kimmich äußerte sich bei Dazn vehement zur Szene um Díaz: „Ich will nicht für einen Elfmeter plädieren, aber das ist im Leben keine Schwalbe.“ Er betonte, dass die Bilder einen klaren Kontakt am Fuß des Kolumbianers zeigten, den man nicht leugnen könne. Auch Trainer Vincent Kompany zeigte sich fassungslos: „Warum er die Rote bekommt, weiß keiner im Stadion. Wahnsinn.“ Sogar Ehrenpräsident Uli Hoeneß, bekannt für seine klaren Worte, sparte nicht mit Kritik und bezeichnete die Leistung als die schlechteste eines Schiedsrichter-Teams, die er je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe. Die einhellige Meinung im Bayern-Lager deutet auf eine tiefe Frustration hin.
Schiedsrichter Dingert selbst bezog nach dem Spiel Stellung und räumte Fehler ein. „Aus dem Spiel heraus habe ich wahrgenommen, dass der Spieler Díaz abhebt. Den anschließenden Treffer am Fuß habe ich nicht so wahrgenommen“, erklärte der 45-Jährige. Nach Sichtung der Bilder gestand er: „kein Elfmeter, das ist klar und Gelb-Rot sehr hart. Wenn ich jetzt die Bilder sehe, würde ich das so nicht mehr geben.“ Diese nachträgliche Einsicht, wenngleich begrüßenswert, ändert nichts an der bereits getroffenen Entscheidung. Hingegen wurde die Gelb-Rote Karte für Nicolas Jackson in der 42. Minute, der Martin Terrier am Knöchel traf, von niemandem aus dem Bayern-Lager angezweifelt.
Trotz der heftigen Kritik und des tiefen Unverständnisses für einige Entscheidungen beendete Trainer Kompany seine Ausführungen mit einer versöhnlichen Note. Er bezeichnete die Leistung als schlecht, betonte jedoch, dass dies seinen Respekt für den Schiedsrichter nicht ändere und solche Fehler passieren könnten. Er habe Dingert lediglich mitgeteilt, dass er natürlich nicht zufrieden sei. Diese Haltung, trotz aller Emotionen eine professionelle Distanz zu wahren, zeigt die Komplexität des Umgangs mit strittigen Schiedsrichterentscheidungen im Profifußball, bei denen das menschliche Element trotz Videobeweis weiterhin eine zentrale Rolle spielt.

